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Regen in Namibia

 

Vom 30.12.2011

„Krebskranke geben auch nicht auf“

Ihre hübschen Augen schauen auf ein gefaltetes, braunes Stück Papier. Das Zuckertütchen knistert in ihren Händen. Dann schaut sie auf und sagt: „Dies hat zu meinem Erfolg beigetragen.“

© Privat
Allein im Meer: Naja Sternagel schwimmt im Freistil ihrem 17 Kilometer entfernten Ziel entgegen. Mit dieser Aktion hat die 21-Jährige Geld für die namibische Krebsvereinigung gesammelt.
Für die 21 Jahre alte Nadja Sternagel war es allerdings nicht das Papier, das ihr beigestanden hat, während sie vor zwei Wochen die 17 Kilometer lange Strecke von Langstrand bis zur Tiger Reef Beach geschwommen ist. Es war der Spruch, der auf dem Papier abgedruckt ist: „Erfolg ist nicht endgültig. Versagen ist nicht tödlich. Es ist der Mut, um weiterzumachen, der zählt“, steht darauf. „Ich habe die ganze Zeit an diesen Spruch gedacht, als ich geschwommen bin“, sagt Sternagel und fügt hinzu: „Ich klopfe mir eigentlich nie auf die Schulter. Aber dieses Mal bin ich stolz. Dieses Mal fühle ich mich sehr gut.“ Und die 21-Jährige hat allen Grund, stolz zu sein.
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Erschöpft, aber auch stolz kommt Nadja Sternagel aus dem Wasser: Da hatte sie eine 17-km-Schwimmdistanz hinter sich.
Bestimmt kein Kinderspiel war die 17 Kilometer lange Schwimmdistanz. Trotz einer Schulteroperation vor einigen Jahren und Schmerzen hat sie die Strecke binnen vier Stunden, 17 Minuten und 22 Sekunden bewältigt. „Ich habe aber doch fast aufgegeben“, gibt sie dann zu und erzählt: „Die letzten drei oder vier Kilometer waren sehr schwer. Ich wurde seekrank.“ Doch dann sagt sie stark: „Ich habe mir nur gedacht: Krebskranke geben auch nicht auf. Deshalb habe ich mich zusammengerissen und die Sache fertiggemacht.“

Unter dem Titel „Swimming to Save Lives“ ist Nadja Sternagel am 17. Dezember von Langstrand bis zur Tiger Reef Beach Bar geschwommen. Damit wollte sie Geld zugunsten der Krebsvereinigung sammeln. „Die ganze Sache hat mit dem Tod von meinen Opa angefangen“, sagt sie. Ihr Großvater war vor einiger Zeit an der schlimmen Krankheit verstorben. Für alle anderen Krebsleidenden ist sie geschwommen und hat ohne Frage einen Unterschied gemacht. Über 60000 Namibia-Dollar wurden bisher eingesammelt und „das Konto bleibt noch bis Januar offen“, sagt die hübsche Frau weiter. Das Geld werde sie dann der Krebsvereinigung spenden.
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Am Strand bei der Tiger Reef Beach Bar haben etliche Personen gewartet und Nadja Sternagel einen Empfang bereitet.
Für Sternagel hat der große Tag sehr früh begonnen. Schon um 8 Uhr war sie im kalten Atlantik und hat sich langsam im Freistil ihrem Ziel genähert. Die Sonne hatte an jenem Tag kaum ihr Gesicht gezeigt – weit und breit nur Nebel. „Zwei Boote haben mich begleitet“, sagt sie. Auf einem Boot war ihr Trainer Janis Steriages. Auf dem anderen ein Arzt, Taucher sowie andere Helfer und Unterstützer. Ihre Eltern haben das Unterfangen vom Strand aus beobachtet. „Meine Mutter meinte, dass ich spinne. Deshalb war es auch besser, dass sie am Strand gestanden hat.“

Für Sternagel war es das erste Mal, dass sie im Meer schwimmen war. „Krebskranke haben auch nicht die Gelegenheit, die Krankheit zu testen. Sie werden auch in die Tiefe geworfen“, erklärt sie ihre Aktion. „Deshalb habe ich das Wasser vorher nicht berührt.“ Für Sternagel waren es nicht nur die wochenlangen Schwimmübungen, die zu ihrem Erfolg beigetragen haben. „Für diese Art von Schwimmen zählt die Fitness nur 20 Prozent. 80 Prozent hängt vom Geist ab“, sagt sie. Dennoch hätte sie es ohne ihren Trainer Janis Steriages nicht geschafft. „Man hat einfach das Positive nötig“, sagt sie. Steriages habe ihr während der gesamten Strecke immer wieder Mut zugesprochen.

Nach über vier Stunden im Meer hat Sternagel letztlich wieder bei der Tiger Reef Beach Bar festen Boden unter ihren Füßen gehabt – und wurde von rund 50 Personen empfangen. „Ich habe mich über die Unterstützung riesig gefreut“, erzählt sie weiter. Am Strand hat auch ihr Bruder sie empfangen, der nur für den Tag an die Küste gefahren sei. „Das nächste Mal werde ich es nicht allein machen, sagt Sternagel dann abschließend und fügt hinzu: „Ich will, dass es ein jährliches Ereignis wird. Aber dann im Stil einer Staffel mit mehreren Teilnehmern.“
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