
In der Lebensschule Rehoboth werden 25 behinderte Kinder fünf Tage die Woche versorgt und können so am „normalen“ Leben teilhaben.
Namibia – ein Land mit malerischer Landschaft und einzigartiger Tierwelt. Dabei wird oft vergessen, dass die Menschen in Namibia vor großen Herausforderungen stehen.
Namibia ist ein Land im Aufbau. Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1990 vollziehen sich einige positive Entwicklungen im Land, dennoch hat Namibia wie viele afrikanische Länder mit großen Problemen zu kämpfen: Aids, Arbeitslosigkeit sowie die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich. Aufgrund der eigenen Vergangenheit als ehemalige Kolonialmacht pflegte Deutschland schon immer einen engen Kontakt mit Namibia.
Um auch auf wissenschaftlicher Ebene in Austausch treten zu können, baut die evangelische Fachhochschule Freiburg eine Hochschulpartnerschaft mit der Universität in Windhoek, der bisher einzigen Universität in Namibia, auf. Zu diesem Zweck werden im Oktober 2008 zehn Studierende unter dem Motto „dialogue across the borders: Freiburg-Rehoboth“ (Dialog über die Grenzen hinaus) unter der Leitung von Prof. Dr. Seibel nach Namibia reisen.
Doch die Studierenden haben noch andere ehrgeizige Pläne: Sie möchten dort ein soziales Projekt zu Gunsten derjenigen durchführen, die am äußersten Rand der namibischen Gesellschaft stehen: Kinder mit Behinderungen. In Namibia ist es für Familien, die Kinder mit Behinderung haben eine sehr schwierige Situation, da es zum einen noch zu wenige Einrichtungen gibt, die den Kindern mit ihren Familien professionelle Unterstützung bieten können. Zum anderen fehlt der Rückhalt der Politik für Kinder mit Behinderung. Deshalb ist die Versorgung dieser Kinder oft nicht oder nur ungenügend gegeben. Eine der Studierenden, die bereits in Rehoboth in der Lebensschule mit Kindern mit Behinderung gearbeitet hat, berichtet aus ihren Erfahrungen:
„Vieles hat mich sehr bewegt, wie zum Beispiel die Situation eines behinderten Mädchens in Rehoboth, das wir morgens beim Abholen an der gleichen Stelle, mit den gleichen Kleidern, mit verpinkelter Hose vorfanden: genau dort wo wir sie am Vortag abgesetzt hatten, nur dass sie nun noch eine Schale voll Kaffeesatz zum Essen in der Hand hatte.“ (Almut Sieber)
Die Projektgruppe ist durch diese Kontakte auf die kleine Einrichtung südlich der namibischen Hauptstadt aufmerksam geworden, welche sich für Kinder mit Behinderung einsetzt. Hier in Rehoboth werden 25 Kinder fünf Tage die Woche versorgt und können am „normalen“ Leben teilhaben. Trotz des großen Engagements der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen vor Ort steht die Einrichtung vor großer finanzieller Not. Daher hat es sich die Projektgruppe zum Ziel gesetzt, diese Einrichtung sowohl mit praktischen Anschaffungen als auch mit pädagogischer Zielsetzung zu unterstützen. Es wird beispielsweise im Rahmen eines Aktionstages ein Sinnesparcours aufgebaut, der auf die Bedürfnisse von Kindern mit und ohne Behinderung ausgerichtet ist. Außerdem werden Dinge des täglichen Gebrauchs wie Wasser, Lebensmittel und Windeln aus Windhoek mitgebracht. Zudem sollen Strompatenschaften vermittelt werden um den Fortbestand der Einrichtung auch nachhaltig zu gewährleisten.
Um den finanziellen Aufwand des Projektes zu leisten, sind Ausdauer und Engagement genauso wie Kreativität gefragt. Neben dem Organisieren von Partys, der Suche nach Sponsoren sowie regelmäßigem Waffel- und Kuchenverkauf haben die Studierenden ein Konto für Spenden eingerichtet.
EFH Freiburg
Kontonr: 24001105
BLZ: 68090000
Bank: Volksbank Freiburg
Stichwort: Rehoboth
Weitere Informationen zum Projekt finden sie auf der Homepage: www.dialogue-across-the-borders.com
Steffi Schäufele und Sandra Eisenmann