
Dr. John Musonjole (Mitte hinten) in Schutzkleidung und mit Mundschutz, bemannte zusammen mit einigen Krankenschwestern die kurzfristig eingerichtete Grippe-Ambulanz im Rehobother Wohnviertel Block E. Zahlreiche Personen mit Grippesymptomen statteten der Einrichtung gestern einen Besuch ab und erhielten das Mittel Tamiflu.
Rehoboth/Windhoek – Dem einem der bisher zwei Schweinegrippepatienten Namibias, einem 13-jährige Schüler aus Rehoboth gehe es inzwischen wieder gut, so die Familie, aber die Mutter zeige seit gestern schwere Grippesymptome und habe trotz Behandlung wieder einen Arzt aufgesucht. Die Familie sei isoliert zu Hause, wo Vater und Schwester leicht erkrankt waren, aber „nun wieder auf den Beinen sind“. Die Grippe-Ambulanz, die in dem Ort eingerichtet wurde, war gestern ständig besucht und bis Mittag waren mehr als 30 Personen untersucht worden. „Alle die Grippesymptome zeigten haben wir mit dem Mittel Tamiflu versorgt“, sagte einer der Ärzte, Dr. John Musonjole. Er und das Krankenpersonal waren in weißer Schutzkleidung gekleidet und trugen Mundschutz. Für Kinder waren für die verschiedenen Altersgruppen die Tamiflu-Dosen im St. Mary´s Hospital abgefüllt worden, da Namibia nur Kapseln und keinen Sirup mit dem Mittel erhalten konnte, als das Gesundheitsministerium das Medikament bestellte. „Wir haben 1000 Behandlungseinheiten Tamiflu vom Gesundheitsministerium erhalten“, sagte Dr. Georg Judmann, der zuständige Arzt für den Rehoboth-Bezirk.
Alle Patienten die normalerweise zu der Ambulanz (Clinic) im Block E des Ortes gehen, wie die TB-Patienten, müssen nun zum Krankenhaus kommen, da nur Personen mit Grippesymptomen augenblicklich in der Ambulanz untersucht und behandelt werden. „Eine weitere Schwierigkeit ist die Polioimpfung die im Augenblick landesweit durchgeführt wird. Wir müssen unsere Patienten draußen im Freien unter einem Unterstand impfen, da es an Platz mangelt. Wir haben die Situation jedoch im Griff, vor allem die Schweinegrippe“, sagte Dr. Judmann. Patienten die das Mittel Tamiflu erhalten, müssen die Kapseln zweimal täglich fünf Tage lang einnehmen. Es sei billiger die Personen mit Grippesymptomen mit dem Medikament zu versorgen, als Proben zu nehmen und diese zu einem Labor in Südafrika zu schicken, sagte der Rehobother Arzt. Zudem dauert es fünf Tage bis die Ergebnisse vorliegen und mit dem einen bestätigten Fall sei es besser die Einwohner des Ortes sofort zu behandeln.
Der Leiter der Notfall-Einheit des Gesundheitsministeriums, Dr. Jack Vries, sagte, dass keine weiteren Fälle von der neuen Influenza A (H1N1) in Namibia bekannt seien, dass aber noch weitere Resultate aus Südafrika erwartet werden.
Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat mitgeteilt, dass keine Zahlen von bestätigten Schweinegrippefällen und Todesopfern der Pandemie der einzelnen Länder mehr bekannt gegeben werden, da sich die Schweinegrippe schneller als erwartet über den Globus ausgebreitet habe und es nun bekannt sei, dass es sich um eine Pandemie handeln würde. Der WHO zufolge hätten vorige Influenza-Viren sich in sechs Monaten über die Länder/Fläche verbreitet, für die die Schweinegrippe sechs Wochen benötigt habe. Die Schweinegrippe wird von der WHO als Influenza mit milden Symptomen bezeichnet, bei der zahlreiche Patienten wieder nach einer Woche meist ohne Medikamente genesen seien. Namibias Gesundheitsminister Dr. Richard Kamwi hatte zuletzt am Montag vor einer Panik gewarnt.