Bewohner von Otjivero/Omitara erhalten auch 2012 ein Grundeinkommen – Planungstreffen der BIG-Koalition im Januar
Windhoek – Weil die Regierung die landesweite Einführung eines Grundeinkommens (Basic Income Grant, BIG) immer noch ablehnt, werden die Bewohner des Ortes Otjivero/Omitara auch im kommenden Jahr von der Brückenfinanzierung durch die BIG-Koalition profitieren. Das sagte Uhuru Dempers von der Abteilung für soziale Entwicklung bei der Evangelischen Kirche ELCRN, dem Initiator der BIG-Koalition, jetzt auf AZ-Nachfrage.
„Wir sind eine Verpflichtung eingegangen, dass es weiter geht“, begründete Dempers das Engagement der BIG-Koalition gegenüber den Menschen in dem genannten Dorf, wo 2008/2009 das BIG-Pilotprojekt durchgeführt wurde. Die daran anknüpfende Brückenfinanzierung geht nun ins dritte Jahr – und zwar zu gleichen Konditionen. Das heißt, dass jeder der rund 1000 registrierten Einwohner von Otjivero/Omitara einen Betrag von 80 N$ pro Monat ausgezahlt bekommt. Davon ausgehend muss die BIG-Koalition ein Jahresbudget von 960000 N$ aufbringen. Details zum Etat wollte oder konnte Dempers auf AZ-Nachfrage aber nicht nennen. Nur so viel: „Das Geld stammt aus Brasilien, Deutschland, Kanada und den USA. Wir nutzen auch das globale Grundeinkommen-Netzwerk (Basic Income Network), um Geld zu sammeln.“ Dempers erinnerte daran, dass der Vizepräsident dieser weltweiten Koalition, Eduardo Suplicy, Senator der Region Sao Paulo/Bransilien, im Februar dieses Jahres in Namibia war, um Lobbyarbeit für die BIG-Idee zu leisten (AZ berichtete).
Im Januar 2012, so kündigte Dempers an, werde die BIG-Koalition auf einem Planungstreffen „konkrete Strategien besprechen“, wie es hinsichtlich des Ziels der landesweiten BIG-Einführung weiter gehen soll. Mit Staatspräsident Pohamba und Premierminister Angula hatten sich zwei hochrangige Regierungsvertreter gegen ein solches Projekt ausgesprochen. Dabei würde dies lediglich 1,4 Milliarden N$ pro Jahr kosten, rechnete die BIG-Koalition vor. Sie geht dabei von 100 N$ pro Monat für ca. 1,2 Millionen Anspruchsberechtigte aus. „Wir geben nicht auf; die Regierung zu überzeugen ist eine langfristige Sache“, so Dempers abschließend.