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Zerstörung

 
Vom 26.09.2007

BIG-Aktion erhält Zuspruch

Otjivero-Gemeinschaft bildet Komitee zur Koordinierung der der Armenhilfe

Die Otjivero-Squattergemeinschaft hat nach ihrer Bestimmung als Empfänger des Grundeinkommens von monatlich N$ 100 pro Person jetzt schon ein Aktionskomitee gegründet, um eine konstruktive Anwendung der Sozialhilfe anzuregen.

© AZ-Archiv
Squattergemeinschaften wie der Fünf-Rand-Kamp bei Okahandja dürften durch das Grundeinkommen neue Impulse erhalten, das für zwei Jahre bei Otjivero/Omitara eingeführt wird.
Windhoek/Omitara – Laut Dr. Dirk Haarmann vom Sozialreferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) hat die Ankündigung im August, dass bereits 1000 erfasste Personen von Otjivero ab Januar 2008 monatlich eine Existenzhilfe von N$ 100 erhalten, der Gemeinschaft schon jetzt Auftrieb gegeben. Mit der „experimentellen“ Existenzhilfe für eine typische arme Gemeinschaft in Namibia möchten die Initiatoren der „Basic Income Grant Coalition“, BIG, während der nächsten zwei Jahre durch das Otjivero-Modell den Beweis erbringen, dass durch Verteilung des Grundeinkommens Armut gelindert und Impulse zur Selbsthilfe ausgelöst werden können. Bei Erfolg des Sozialexperiments steht die Regierung unter Druck, das Grundeinkommen landesweit einzuführen.

Der vormalige Premier Hage Geingob hat bei einer kürzlichen BIG-Veranstaltung erklärt, er wolle als erster Spender vorangehen. Er hat die Zahlung an zwei Empfänger sichergestellt. Die Gouverneure der Regionen Hardap und Karas, Katrina Hanse, beziehungsweise David Boois haben ebenso nachgezogen, derweil weitere Spenden inzwischen „von ganz unterschiedlichen Leuten“ eingehen, wie Dirk Haarmann mitteilt. Die BIG-Initiative habe bei einigen Skeptikern in der letzten Zeit einen Gesinnungswandel bewirkt. Der BIG-Fonds wurde am 6. August gegründet.

Laut Haarmann wurden Rentner, die monatlich die staatliche Existenzhilfe von N$ 370 erhalten, bei der Erfassung der auserlesenen Tausend von Otjivero nicht erfasst. „Die monatliche Beihilfe an die anderen Angehörigen ihres Haushalts, die sonst noch von ihrer Staatsrente zehren, bringt aber auch ihnen Erleichterung.“

Das Einwohner-Komitee von Otjivero hat beschlossen, die Empfänger generell zu beraten, sich für die Beschaffung antiretroviralen Medikamenten einzusetzen und zur Vorsicht vor den Shebeens zu mahnen.

Die Firma United Paymasters, die die staatliche Rentenauszahlung betreibt, hat laut Haarmann die Auszahlung an die 1000 Empfänger zu einem 40-prozentigen Rabatt der sonst üblichen Bearbeitungsgebühren übernommen. Die Identifizierung der Empfänger vollzieht sich nach Fingerabdrücken oder auch nach einem Kartensystem. Im Falle von Kindern und Jugendlichen unter 21 Jahre erhält die anerkannte erziehungsberechtigte Person des Haushalts die Auszahlung. In einigen Fällen sind es die Großeltern.

Das BIG-Thema ist kürzlich bei den nacheinander abgehaltenen Synoden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) und der deutschsprachigen ELKIN (DELK) zur Sprache gekommen. Der ELCRN-Bischof, Dr. Zephania Kameeta, den die Synode Anfang September mit einer weiteren geistlichen Amtsperiode betraut hat, fordert die Regierung im Namen seiner Synodalen auf, die BIG-Initiative zu ihrer „logischen Konsequenz“ durchzuführen. Diese Aufforderung dürfte jedoch erst Ende 2009 wieder ernst genommen werden, wenn das Ergebnis der „Sozialexperiments“ von Otjiveru/Omitara vorliegt, das Erfolg oder Misserfolg dokumentieren soll.
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