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Vom 12.09.2011

Aktionsplan für Frauen vorgestellt

Unter Regie der Frauenorganisation WAD läuft dreijährige Kampagne an – EU gibt das Geld

© Wiebke Schmidt
Der Frauenorganisation Women´s Action for Development (WAD) wurden von der Europäischen Union drei Millionen Namibia-Dollar für ihre neueste Kampagne zugeteilt. Das Bild zeigt (v.l.n.r.): Holger Haibach (Landesdirektor der Konrad-Adenauer-Stiftung), Raúl Fuentes Milani (Botschafter der EU-Delegation) und Veronica de Klerk (Direktorin von WAD).
Windhoek – Mit den drei Millionen Namibia-Dollar, die die Europäische Union (EU) für die jüngste Frauenrechtskampagne zur Verfügung gestellt hat, will Veronica de Klerk, Chefin der Frauenvereinigung WAD (Women´s Action for Development), landesweit ein drei Jahre dauerndes Programm gestalten. Die Kampagne richtet sich auf die Bevölkerung „aller Schichten“ und ist im Rahmen von 400 Arbeitstagungen/Workshops angesagt, die in allen 13 Regionen und jedem Wahlkreis abgehalten werden sollen. Vergangene Woche war der offizielle Startschuss für den Aktionsplan (AZ berichtete).

De Klerk bemängelt, dass der Frauenanteil in den politischen Entscheidungsgremien noch viel zu niedrig sei. Auf der Ebene der Regionalräte liege er lediglich bei 23 Prozent, in der Nationalversammlung seien nur 25 Prozent der Abgeordneten Frauen. „Und das 21 Jahre nach der Unabhängigkeit!“, haben verschiedene Redner bemängelt. In diesen und weiteren Körperschaften strebt WAD in Partnerschaft mit den kooperierenden Institutionen möglichst ausgewogene Geschlechtervertretung an. Bei der Durchführung der Aufklärungs- und Bewusstseinskampagne kann sie mit dem Einsatz von professionellem Schulungspersonal der Universität von Namibia (UNAM) sowie vom Zentrum für Rechtsbeistand (LAC) rechnen. Die anderen Partner der Aktion sind die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), das Ministerium für Geschlechtergleichheit und Kinderfürsorge sowie die Europäische Union.

Das Engagement der EU fällt in den Rahmen des Aktionsplanes der Europäer für Geschlechtergleichheit und Emanzipation der Frauen (2010 bis 2015). „Ich glaube, dieser Anlass (die Übergabe der Fördermittel) unterstreicht die EU-Verpflichtung, Frauenrechte und Geschlechtergleichheit weltweit zu fördern“, sagte EU-Botschafter Raúl Fuentes Milani. Die Vizeministerin für Geschlechtergleichheit und Kinderfürsorge, Doreen Sioka, fügte hinzu: „Wenn wir unser Planziel 2030, ein industrialisiertes Namibia, erreichen wollen, müssen sich die Frauen daran beteiligen.“ Holger Haibach von der Konrad-Adenauer-Stiftung lenkte die Aufmerksamkeit auf zwei „seiner“ Theorien über die Demokratie. Ihre Entwicklung sei niemals abgeschlossen. Demokratie müsse täglich neu gesichert und erkämpft werden. Gleiche Rechte für Frau und Mann zählen bei ihm zu den Hauptstützen der Demokratie. Er erhofft sich von der Kampagne, die an der Basis, also auf Volksebene durchgeführt wird, dass sie dem allgemeinen Phänomen der „Politikverdrossenheit“ entgegenwirke.
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