Ermittler Nelius Becker gerät im angeblichen Millionenbetrug ins Kreuzfeuer
Der Antrag der drei mutmaßlichen Millionenbetrüger Teckla Lameck, Jerobeam Mokaxwa und Yang Fan, die ihr beschlagnahmtes Besitztum zurück haben wollen, wurde gestern am Obergericht zu einer gerichtlichen Farce.
Windhoek – Obwohl die beiden Richter Petrus Damaseb und Theo Frank Mitte August in einem „vorläufigen“ Urteil die Besitztümer nicht freigegeben hatten, waren noch einige Angelegenheiten ungeklärt. Deshalb wurde den drei Angeklagten die Gelegenheit geboten, am gestrigen Montag über „die neuen von der Staatsanwaltschaft dargelegten Angelegenheiten“ zu argumentieren.
„Dies sind Menschen, wie Sie und ich, die einen oder zwei (Toyota) Landcruiser besitzen. Diese Leute wurden über Nacht mit ihren Kleidern und Küchenutensilien auf die Straße gesetzt“, sagte der aus Südafrika angereiste Advokat Jeremy Gauntlett gestern am Obergericht. Er tritt neben dem namibischen Advokaten Raymond Heathcote für die drei Antragsteller auf. Gauntlett äußerte zunächst heftige Kritik am Ermittler dieses angeblichen Betruges, Nelius Becker, und brachte dann deutlich zum Ausdruck, dass die Gerichtsanordnung zur Beschlagnahmung sämtlicher Besitztümer des Trios unrechtmäßig durchgeführt worden sei.
Lameck, Mokaxwa und Yang sollen das hiesige Finanzministerium um 120 Millionen Namibia-Dollar geprellt haben. Nachdem das Finanzministerium einen Vertrag zur Lieferung von Röntgenaufnahmegeräten für Flughäfen mit der chinesischen Firma Nuctech Company abgeschlossen und den genannten Betrag überwiesen hatte, wurden davon offenbar 42 Millionen Namibia-Dollar in das Konto der Firma Teko Trading CC eingezahlt. Diese Gelder soll das Trio unter sich aufgeteilt haben. Laut dem Ermittler Becker hätten die Angeklagten eine „wilde Kauforgie“ unternommen und sich mehrere Besitztümer zugelegt, die dann Anfang Juli beschlagnahmt wurden.
Wie Gauntlett argumentierte, habe es „gravierende verfahrenstechnische Unregelmäßigkeiten“ im Zusammenhang mit der Beschlagnahmung gegeben. Man sei in die Rechte der Angeklagten eingedrungen. Der Advokat begründete diese Aussage damit, dass Beckers Fakten nicht vollständig gewesen seien und er mit diesen zum Gericht gerannt sei. „Seine Begründungen sind lächerlich und er treibt mit der Justiz seinen Spaß.“ Zudem habe er Lameck nach der Festnahme nicht informiert, dass ihr Eigentum beschlagnahmt worden sei und sie in Abwesenheit ihres Rechtsanwaltes befragt. Ferner gebe es keine ausreichenden Beweise, dass es sich wahrhaftig um Korruption handele. Gerichtspräsident Petrus Damaseb sagte dazu: „Sie (Lameck) war als Mitglied der öffentlichen Staatsdienstkommission nicht dazu befugt, außerhalb der Kommission zu arbeiten. Das ist doch Korruption.“
Die Verhandlung wird heute fortgesetzt. Dann wird die Staatsanwaltschaft ihre Seite darlegen.