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Regen in Namibia

 

Vom 14.07.2008

Tödliches Drama auf Farm

Deutscher Berufsjäger erschießt Freundin, fünf Hunde und sich selbst

Als der Berufsjäger nicht wie abgesprochen den Farmangestellten nach der Mittagsstunde abholte, nachdem sie am Morgen auf der Jagd gewesen waren, fuhr dieser mit der Eselskarre zum Farmhaus und entdecke dort ein Blutbad. Die beiden Opfer sind deutsche Staatsbürger.

Windhoek – Nach einem weiteren heftigen Streit scheint der 67-jährige Willi Drum am vergangenen Mittwoch seine Freundin Karin Bodenschütz (72) und seine fünf Hunde erschossen zu haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Das tödliche Drama ereignete sich auf der Farm Borealis am Schwarzen Nossob, etwa 140 Kilometer nordöstlich von Windhoek. Einem Polizeisprecher zufolge habe der Farmangestellte berichtet, dass er zusammen mit Willi Drum am Mittwochmorgen gegen 6 Uhr auf die Jagd gegangen sei um eine Oryxantilope zu schießen. Diese sollte für die Farmeigentümerin Sarah Elago sein, der neben der Farm Borealis zwei weitere Farmen gehören. Sarah Elago bestätigte gegenüber der AZ, dass Drum für sie eine Oryxantilope und eine weitere für die Arbeiter geschossen hatte. Sie sagte, dass Drum das Farmhaus für drei Monate gemietet habe, da er auf der Nachbarfarm eine Lodge bauen wollte, die Bauarbeiten sich aber wegen der abnormalen Regenzeit verzögert hätten. Gegen 12.30 Uhr habe Drum den Farmarbeiter auf der gegenüberliegenden Nachbarfarm abgeladen und ihm gesagt, dass er ihn nach der Mittagsstunde um 14 Uhr wieder abholen würde. Als Drum nach der verabredeten Zeit nicht auftauchte, habe der Angestellte die Esel eingespannt und sei zum Farmhaus gefahren. Im Hof habe er einen der Hunde in einer Blutlache entdeckt und als er durch das Wohnzimmerfenster in das Innere des Hauses geschaut habe, habe er Karin Bodenschütz, drei weitere Hunde und Willi Drum in Blutlachen auf dem Boden entdeckt. Dem Polizeisprecher zufolge sei der Farmarbeiter sofort zu den Unterkünften der anderen Angestellten geeilt, von denen einer ein Mobiltelefon hatte und dieser hätte Sarah Elago benachrichtigt. Diese habe den Vorfall sofort bei der Polizei gemeldet.

Allem Anschein nach hatten sich Drum und seine Freundin des Öfteren gestritten, so auch an dem besagten Vormittag. Die Polizei fand in dem Haus einen weiteren erschossenen Hund. Insgesamt seien neben dem Mord und Selbstmord fünf Hunde erschossen worden. Drum habe keinen Brief hinterlassen. Der Polizei zufolge seien Drum und Bodenschütz deutsche Staatsbürger. Der Berufsjäger sei im vergangenen Jahr von seiner Frau verlassen worden und habe die Farm Otjite, auf der er einige Jahre gelebt hatte und nach der er sein Jagdsafari-Unternehmen benannt hatte, verlassen müssen, sagten Farmer aus der Seeis-Gegend. Drum wollte anscheinend auf einem Hektar, den er auf der Farm Borishagen erworben hatte, eine Lodge bauen und von dort Jagdsafaris unternehmen.

Zahlreiche Jagdführer und Berufsjäger waren schockiert, als sie am Wochenende von der Tat erfuhren. Für den Namibia Berufsjagdverband (NAPHA) habe Drum jedes Jahr zahlreiche Medaillen verkauft.
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