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Vom 25.07.2008

Richter gehen auf Barrikaden

Magistrate fühlen sich bei Bezahlung gegenüber Ausländern benachteiligt – Streik in Planung

Windhoek/Oshakati – Den namibischen Magistratsgerichten, ohnehin schon chronisch überfüllt und in Verzug, droht Ärger von Seiten der Richter, der bis hin zu einem Streik führen könnte. Grund ist nach Angaben eines Magistratsrichters aus Oshakati, der ungenannt bleiben möchte, die Unzufriedenheit mit den Gehältern, vor allem im Vergleich zu in Namibia beschäftigten Kollegen aus dem Ausland. Er und seine Kollegen hätten daher kürzlich bei einem Treffen in Windhoek eine Strategie erarbeitet, wie man die Regierung zu besserer Bezahlung zwingen könne, so der Magistrat. Details nannte er nicht, die Nachrichtenagentur Nampa kommentierte die Aussagen des von ihr kontaktierten Juristen jedoch mit den Worten „Magistrate planen Streik“.

Besonders die Gehaltsunterschiede zwischen hiesigen Magistratsrichtern und jenen aus Simbabwe, die in den vergangenen Monaten von der namibischen Regierung angeworben worden waren, um den Schlepp an den Magistratsgerichten zu bekämpfen, stoßen der Richtergilde offenbar sauer auf: Die Simbabwer verdienen nach Angaben des Magistrats drei Mal so viel wie einheimische Kräfte. „Wir wüssten gerne, warum die Regierung solche Leute einstellt, die nie mehr in ihre Heimat zurück möchten und hier dank Riesengehältern ein Luxusleben führen können, was zu unseren Lasten geht“, so der Richter aus Oshakati. „Das ist Verhöhnung und Ausbeutung der lokalen Magistrate.“ Gerade junge Magistratsrichter seien extrem benachteiligt: Sie bekämen lediglich ein Gehalt von rund 9200 Namibia-Dollar, aber keine weiteren Zulagen wie altgediente und ausländische Kollegen.
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