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Vom  5.03.2009

Prozess geht im Oktober weiter

Letzter Zeuge im Betrugsfall gegen Sackey Namugongo wird zu Jahresende aussagen

Im Prozess gegen Sackey Namugongo wird im Oktober dieses Jahres noch ein letzter Zeuge aussagen. Namugongo, Vize-Direktor im Ministerium für Umwelt und Tourismus, soll illegal Spielhallen-Lizenzen erteilt und dadurch über 300000 Namibia-Dollar kassiert haben.

© AZ-Archiv
Der mutmaßliche Betrüger Sackey Namugongo (l.) verlässt kurz nach der Zahlung seiner Kaution die Zellen. Das Betrugsverfahren wird im Oktober am Regionalgericht in Katutura fortgesetzt.
Windhoek - Am vergangenen Freitag rief Staatsanwalt Orben Sibeya am Regionalgericht in Windhoek den Zeugen Werner Hamutenya auf. Hamutenya, ein Unternehmensberater aus Ongwediwa, schilderte, dass er Anfang 2006 eine Spielhallen-Lizenz für einen seiner Freunde, der auch Kunde von ihm sei, beantragen sollte. Er habe zusammen mit dem Kunden den mutmaßlichen Betrüger Sackey Namugongo im Ministerium für Umwelt und Tourismus aufgesucht. Namugongo habe Hamutenya erklärt, dass zu dem Zeitpunkt sämtliche Spielhallen-Lizenzen überprüft würden. Eigentlich dürfe er keine erteilen. Dennoch, so soll Namugongo betont haben, könne er die Angelegenheit regeln, wenn der Antragsteller die nötigen Unterlagen besorge. Der Antragsteller müsse für die Lizenz lediglich eine Zahlung in Höhe von 10000 Namibia-Dollar entrichten und für jeden Spielautomaten weitere 1000 Namibia-Dollar hinterlegen. Zudem sei eine „Verwaltungsgebühr“ in Höhe von 500 Namibia-Dollar fällig. „Der Angeklagte hat behauptet, uns seine Unterstützung anzubieten. Er hat nichts Weiteres gesagt“, so Hamutenya. Namugongo habe den Antragstellern daraufhin das nötige Formular überreicht.
Etwa eine Woche später seien Hamutenya und sein Freund zu Namugongo ins Büro zurückgekehrt. Der Kunde habe fünf Spielautomaten beantragt und musste somit 15500 Namibia-Dollar zahlen. Hamutenya habe dem Angeklagten den Betrag in bar überreicht. Als der Zeuge sich nach einem Beleg erkundigte, habe Namugongo gesagt, er könne keinen ausstellen, da er derzeit keinen Schlüssel für den Tresor habe. „Der Beleg ist in dem Tresor“, soll Namugongo gesagt haben. „Bis heute haben wir noch keine Bestätigung über die Zahlung“, so der Zeuge.

Mit Hamutenya hat am Freitag der zweitletzte Zeuge in dem Verfahren ausgesagt. Die Verhandlung wurde auf Anfang Oktober dieses Jahres vertagt. Dann wird der letzte und somit 28. Zeuge aussagen. Der Prozess wird dann wahrscheinlich abgeschlossen.

Namugongo werden Betrug und Korruption in insgesamt 40 Anklagepunkten vorgeworfen. Er soll in seinem Direktorat für Glückspiel, Casinos und Lotterien im Jahr 2006 Anträge auf die Erteilung von Glückspiel-Lizenzen entgegengenommen, gefälschte Lizenzen ausgestellt und dafür Geld verlangt haben – ohne dazu befugt zu sein. Auf diese Weise soll Namugongo über 300000 Namibia-Dollar in die eigenen Tasche gewirtschaftet haben.

Namugongo war im September 2006 verhaftet worden. Kurz darauf hatte er Kaution in Höhe von N$ 20000 gezahlt. Er ist bis heute als Vize-Direktor im Ministerium angestellt. Bei einem Schuldspruch droht dem mutmaßlichen Betrüger eine nicht unbeträchtliche Haftstrafe.

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