Windhoek - Die beiden Polizisten Nestor Kashuupulwa (34) und Mupopwa Mupopiwa werden zusammen mit drei mutmaßlichen Komplizen beschuldigt, einem ausländischen Geschäftsmann im Mai dieses Jahres rund 2,2 Millionen N$ entwendet zu haben. Der daraus erwachsende Prozess hat großes öffentliches Interesse ausgelöst und wurde auch gestern wieder von zahlreichen Zuschauern im Magistratsgericht verfolgt.
Nachdem der erste Angeklagte Josia Muhongo (53) bereits am 16. Juli Kaution erhalten hat, wurde gestern neben den beiden Polizisten auch deren Mitbeschuldigte Michael Shidiwe (53) und Eliaser Amukoto (50) Kaution von 5000 N$ bzw. 20000 N$ gewährt. Ausschlaggebend für diesen Teilerfolg war laut Richterin Unengu vor allem die Tatsache, dass bei den fünf Angeklagten weder Fluchtgefahr noch Verdunkelungsgefahr bestehe.
Sie wies darauf hin, dass Shidiwe und Amukoto nach eigener Darstellung beide vermögend seien und in Namibia diverse Immobilien besitzen, die sie im Falle einer Flucht verlieren würden. Des Weiteren bestehe kein Grund zur Annahme, dass die Angeklagten "Teil einer Bande oder eines Syndikats" seien, oder bei dem angeblichen Raub eine Waffe eingesetzt hätten.
Unengu zufolge "wirft es kein gutes Licht auf Namibia, dass zwei Polizisten im Zusammenhang mit einem Raub als Täter verdächtigt werden". Sie hob jedoch auch hervor, dass es sich bei den Vorwürfen gegen die Polizisten derzeit nur um einen "Anfangsverdacht" handele, der lediglich auf die Anschuldigungen eines einzigen Staatszeugen zurückgehe.
Bei jenem handelt es sich um den libanesischen Staatsbürger Vicken Kaprelian. Dieser hat sich angeblich am 16. Mai in einem Haus in Klein-Windhoek mit dem Angeklagten Shidiwe getroffen um über den Kauf einer Öl-Explorationslizenz zu verhandeln, für deren Erwerb er offenbar 2,2 Millionen N$ in Bar dabei hatte. Im Verlaufe dieser Begegnung sollen drei Männer in das Haus eingedrungen und sich als Polizisten vorgestellt haben.
Unter dem Vorwand, "illegale Aktivitäten" wie den gesetzeswidrigen Verkauf von Rohdiamanten zu untersuchen, sollen sie das in einer Tasche verstaute Bargeld an sich genommen haben. Angeblich wurde dem Libanesen eine Schachtel mit Diamanten angeboten, bevor die mutmaßlichen Räuber das Haus betraten.
Alle Beschuldigten haben zu Beginn ihres Verfahrens sämtliche Vorwürfe gegen sie von sich gewiesen und angedeutet, dass sie auf unschuldig plädieren würden.











