Korruptionsprozess: Drei Zeugen berichten von Zahlungen an Namugongo
Windhoek – Für den wegen Korruption und Betrugs in jeweils 20 Fällen angeklagten hohen Ministeriumsbeamten Sackey Namugongo wird die Luft immer dünner. Am Regionalgericht Katutura haben bereits drei Zeugen ausgesagt, die von Zahlungen auf das Privatkonto des Vizedirektors im Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) berichteten, für die der 56-Jährige offensichtlich keine Quittungen ausgestellt hatte.
Gestern sagte mit Petrus Hangula ein Barbesitzer aus Swakopmund aus, der schilderte, wie er im Juni 2006 mit Namugongo in Kontakt gekommen war. Nachdem er einen Antrag auf eine Glücksspiel-Lizenz im Ministerium eingereicht habe (was eigentlich nicht hätte möglich sein dürfen, da für solche Lizenzen seit 1997 ein Moratorium gilt, d.Red.), sei er einige Tage später von Namugongo angerufen worden. Dieser sei dann nach Swakopmund gekommen und habe seine Bar inspiziert. „Er sagte mir, dass für die Erteilung der Lizenz nur noch die Zahlung von N$ 20000 nötig sei“, so Hangula. Er habe das Geld später auf Namugongos Konto überwiesen. Als Quittung habe ein Schreiben mit ministeriellem Briefkopf von Namugongo gegolten, das die Bearbeitung des Antrags bestätigt. „Er sagte, ich könne die Automaten schon kaufen und in Betrieb nehmen, müsse nur deren Seriennummern noch nachreichen.“ Bis heute habe er aber weder die Lizenz (die ja nicht ausgestellt werden darf) noch sein Geld zurück erhalten.
Schon zuvor hatten mit Fillimon Erastus ein Besitzer dreier Bars sowie eine seiner Kassiererinnen ausgesagt. Erastus will insgesamt N$ 60000 an Namugongo gezahlt haben.
Dem Vizedirektor wird vorgeworfen, im Jahr 2006 ungeachtet des Moratoriums und ohne Befugnis Glücksspiellizenzen in Aussicht gestellt und für die Antragsbearbeitung weit über N$ 300000 entgegengenommen zu haben. Er war im September 2006 verhaftet worden.
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