Wieder Drogenkuriere beim Hosea-Kutako-Flughafen und in Walvis Bay festgenommen
Der Drogenhandel, spezifisch die Einfuhr von Kokain, artet in Namibia aus. Während am Dienstag vier Angolaner wegen Drogenhandels bestraft wurden, sind erneut mehrere Angolaner an drei verschiedenen Einreisestellen mit Kokain-Kugeln im Magen verhaftet worden.
Windhoek – Beim Rooikop-Flughafen in Walvis Bay sei am Mittwoch ein Angolaner festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Stephan Nuuyi gestern auf AZ-Nachfrage. Dieser Ausländer habe bislang 50 der im Magen transportierten Kokain-Kugeln ausgeschieden. Die Kugeln sind jeweils rund fünf Zentimeter lang und mit Aluminiumfolie sowie Plastik umwickelt. Der Wert der Drogen wird auf etwa 400000 Namibia-Dollar beziffert – der Angolaner wird laut Nuuyi heute dem Haftrichter vorgeführt.
Schon am Tag zuvor seien beim Hosea-Kutako-Flughafen zwei Angolaner festgenommen worden, die insgesamt 84 Kugeln geschluckt hätten, so Nuuyi weiter. Der Straßenverkaufswert des Rauschgifts in diesem Fall wird auf rund 500000 N$ geschätzt. Die beiden mutmaßlichen Drogenkuriere werden ebenfalls heute dem Haftrichter vorgeführt. Indessen wurden am gleichen Tag vier Angolaner am Magistratsgericht Windhoek zu jeweils acht Jahren Haft verurteilt, nachdem sie im April insgesamt 3,3 Kilogramm Kokain ins Land geschmuggelt hatten (AZ berichtete).
Am vergangenen Freitag seien zudem am Grenzposten Wenela bei Katima Mulilo ein weiterer Angolaner sowie ein Namibier festgenommen worden. Sie waren offenbar im Besitz von 190 Kokain-Kugeln mit einem Straßenverkaufswert von rund einer Million Namibia-Dollar. Die Verdächtigen Pedro Tanzey (40) und Muekonga Ditaditeni (31) wurden dem Magistratsgericht in Katima Mulilo vorgeführt. Zwei weitere Angolaner, die ebenfalls in diesen Drogenschmuggel verwickelt sein sollen, habe die Polizei nicht fassen können, „da sie über die Grenze zurück nach Sambia gerannt sind“, fügte Nuuyi hinzu.
In Walvis Bay steht am 13. Juli indes das Urteil gegen die Angolanerin Irene da Costa an, die Ende Mai im Besitz von 99 Kokain-Kugeln verhaftet worden war. Da Costa hat die Tat bereits gestanden. Das Kokain in ihrem Fall hat einen Wert von knapp 600000 N$.
Sehr besorgt über die sich häufenden Versuche von Kokainschmuggel ins Land ist der Chefinspektor der Drogeneinheit, Barry de Klerk. Er sagte gestern auf AZ-Nachfrage, dass der Kokain-Transport nach Namibia ausarte. Vor Gericht hatte der Polizist kürzlich Namibia als ehemaliges „Drogen-Transitland“ beschrieben. Mittlerweile habe sich dies geändert, das Rauschgift werde nun auch auf dem lokalen Markt verkauft.
Unter dem Verdacht des Schmuggels einer Rekordmenge von 39,35 Kilogramm Kokain (Wert: 20,2 Mio. N$) stehen zurzeit ebenfalls zwei Angolaner vor dem Obergericht. Daniel Paulo und Josue Antonio wurden im Dezember 2007 bei einer Straßensperre in Keetmanshoop verhaftet.