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Vom  4.01.2008

Kanadier im Taxi ausgeraubt

Windhoeker Schwestern helfen erst Touristen und später der namibischen Polizei

Die selbstlose Hilfe der beiden Schwestern Rebekka Weinert und Debora Bosman ermöglichte den beiden Kanadiern Rebecca Smith und Darryl Eimers kurz vor Weihnachten nach einem Raubüberfall das Land zu verlassen und jetzt der Polizei die beiden Touristen ausfindig zu machen.

© Dirk Heinrich
Debora Bosman (links) und Rebekka Weinert (rechts) gestern Vormittag mit den persönlichen Dingen von Rebecca Smith und Darryl Eimers, darunter auch der Pass und die sambische Arbeitsgenehmigung von Smith im Büro von Hauptinspektor Derek Brune (hinten Mitte). Die Tasche mit Inhalt war in einem Rivierbett beim Goreangab-Damm gefunden worden.
Windhoek – Die zurzeit in Sambia arbeitende Rebecca Smith und ihr Freund Darryl Eimers wurden am 21. Dezember des vergangenen Jahres in Windhoek ausgeraubt. Zehn Tage später präsentierte die namibische Polizei Diebesgut, darunter eine Tasche mit persönlichen Dingen, Kreditkarten und dem Pass sowie der sambischen Arbeitsgenehmigung von Rebecca Smith. Nachdem die AZ dies gestern veröffentlichte, meldete sich Rebekka Weinert in der Redaktion. Sie war am 21. Dezember gegen 12 Uhr mit ihrer Schwester Debora Bosman zur Klein Windhoek Polizeiwache gegangen, um einige Dokumente beglaubigen zu lassen. „Dort trafen wir ein junges Paar. Die junge Frau weinte immer wieder und war völlig aufgelöst. Wir erkundigten uns was vorgefallen war und wer sie waren“, sagte Rebekka Weinert. Die beiden Schwestern erfuhren, dass das junge Paar kurz zuvor mit Messern bedroht und ausgeraubt worden war.

Rebecca Smith und ihr Freund Darryl Eimers waren zu Besuch in Namibia und wollten an dem besagten Dezembertag zum Hosea-Kutako-Flughafen, um mit der SAA nach Johannesburg und anschließend nach Lusaka zu fliegen. Von dort aus hatte Darryl einen Flug am 23. Dezember nach London mit Anschluss nach Kanada. Die beiden Kanadier fragten bei der Blums-Tankstelle in der Innenstadt einen Taxifahrer, ob dieser sie zum Flugplatz bringen könnte. Der Fahrer sagte, dass er nicht genügend Benzin hätte und die beiden Touristen ließen das Taxi auffüllen und bezahlten das Benzin. Zwei weitere männliche Passagiere befanden sich in dem Taxi. Auf dem Weg in Richtung Flugplatz habe das Taxi bei Ehafo angehalten. Die beiden dunkelhäutigen Passagiere hätten plötzlich die beiden Touristen mit Messern bedroht, zwangen sie auszusteigen und tasteten sie nach Wertsachen ab. Die Verbrecher schraubten die Nummernschilder des hellblauen Taxi ab, nahmen den Kanadiern alles bis auf die Kleider die sie am Leibe trugen ab und fuhren mit dem Taxi in Richtung Stadt davon. Das ausgeraubte Paar habe etwa zehn Minuten an der Straße gewartet, bis ein Flughafen-Taxi auftauchte und sie zur Klein Windhoek-Polizeiwache gebracht habe.

Dort trafen sie Rebekka Weinert und Debora Bosman, die sich anschließend um die beiden jungen Leute kümmerten. „Wir nahmen sie zur Hauptwache und zum Büro der südafrikanischen Fluggesellschaft, damit sie ihren Flug umbuchen konnten, verständigten die kanadische Botschaft in Südafrika und gaben ihnen zu Hause ein Mittagessen“, sagten die Schwestern. Die SAA sei sehr hilfsbereit gewesen und von der Polizei hätten sie schließlich eine Aktennummer erhalten. Die Nacht hätten Smith und Eimers bei Debora und ihrem Mann Fanie verbracht. Am nächsten Tag habe Fanie die beiden Besucher zum Flughafen gefahren, wo bereits ein Vertreter der kanadischen Botschaft eingetroffen war, der die Notreisedokumente vor Ort regelte.

Einige Tage später fand die Polizei in einem Rivierbett beim Goreangab-Damm eine aufgeschlitzte Tasche mit Wäsche, dem Pass und anderen persönlichen Dingen der beiden Kanadier.

Hauptinspektor Derek Brune bat die beiden Schwestern mit Rebecca Smith in Verbindung zu treten, damit Smith offiziell den Auftrag erteilen kann, dass die beiden Schwestern die Tasche mit Inhalt abholen und an Smith und Eimers weiterleiten können.
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