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Zerstörung

 
Vom 16.05.2008

Grausames Geständnis

Schiefer: „Mutter wollte mir kein Geld geben und ich dachte, jetzt ist es genug“

Ein grausames Geständnis wurde gestern während Romeo Schiefers Kautionsantrags am Magistratsgericht Katutura verlesen. Darin erklärt der mutmaßliche Mörder im Detail, wie und warum er seine Eltern im Januar brutal ermordet hat.

© Erwin Leuschner
Schwarz gekleidet zeigte sich Schiefer nicht medienscheu. Er stellte gestern einen Kautionsantrag.
Windhoek - „Ich habe geweint, als ich mit der Pistole in der Hand über meinem Vater (Frans Schiefer) stand, der im Bett schlief“, las Staatsanwältin Antonia Verhoef gestern am Magistratsgericht aus Romeo Schiefers (19) Geständnis vor, das er am Tag nach den Morden abgelegt hatte. „Eine Träne ist auf sein Gesicht gefallen und er hat sich im Bett umgedreht. Ich habe ein kleines Kissen genommen und es an seinen Kopf gehalten. Dann schoss ich einmal“, hatte Schiefer bei der Polizei erklärt.

In einem feinen schwarzen Anzug stellte Schiefer gestern einen formellen Kautionsantrag. Hierzu wurde Staatsanwältin Antonia Verhoef vom Obergericht geladen. Sie versuchte, dem Richter deutlich zu machen, dass der mutmaßliche Mörder eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen könne, wenn ihm Haftverschonung gewährt werde. Als Hauptbeweismittel nutzte sie Schiefers Geständnis und verlas weiter, dass Schiefer im Jahr 2006 bei den Abschlussprüfungen der 10. Klasse durchgefallen sei. Er wiederholte diese im Jahr darauf, hatte es aber Ende 2007 versäumt, „vier große Projekte“ einzureichen. Seine Mutter (Fransina Schiefer) sei deswegen „sehr böse gewesen“ und habe gesagt, dass der 19-Jährige das Geld der Eltern Geld verschwende. Am Mordtag (18. Januar 2008) sei er zu seiner Mutter in die Küche gegangen. Er habe sie gefragt, ob er „ein wenig Geld“ haben könne, um Handy-Guthaben für zehn Namibia-Dollar zu kaufen. Doch Fransina habe sich geweigert. Sie habe ihn „verflucht“, weil er nur ihr Geld verschwende und nicht für seine Ausbildung lerne. „Ich habe mir gedacht, jetzt ist es genug. Ich nahm ein Küchenmesser aus der Schublade und stach auf sie ein. Ich weiß nicht, wohin oder wie viele Male“, steht in dem Geständnis. Er sei daraufhin in das Schlafzimmer gegangen und habe seines Vaters Pistole genommen. Dann habe er Frans, der zur der Zeit schlief, mit dem Kopfschuss niedergestreckt. In der Küche habe er seine Mutter nicht mehr gesehen. Sie sei zu ihrem Mann gekrochen und habe die Schlafzimmertür zugeschlossen. „Ich schoss ein paar Mal durch die Tür, trat diese auf und richtete die Waffe auf Fransina. Ich schoss weiter auf sie“, sagte der Angeklagte zur Polizei. Danach habe er mit einem anderen Messer weiter auf sie eingestochen.

Sein Freund Liroy van Neel sei bei dem Haus angekommen und habe den mutmaßlichen Mörder gefragt, ob sie nun ausgehen könnten. Schiefer Junior habe van Neel gebeten, für seine Mutter Handy-Guthaben zu kaufen, dieser sei daraufhin losgefahren. Der 19-Jährige habe ein weiteres Mal auf Fransina eingestochen, sie sei dann gestorben. Er habe daraufhin eine frische Hose angezogen, das Messer in die Garage geworfen, die Pistole auf die Küchentheke gelegt und sei mit van Neel zu einer Bar gefahren. „Ich glaube, dass mit mir etwas nicht stimmt, weil ich noch ein kleiner Junge bin“, heißt es abschließend in dem Geständnis. „Ich brauche einen Psychiater.“

Schiefer beteuerte gestern vor Gericht, dass er von der Polizei unter Druck gesetzt worden sei und das Geständnis abgelegt habe, weil man ihn provoziert habe. „Das stimmt alles nicht“, sagte Schiefer angesichts der sehr detaillierten Anerkennung der Tat. Er sei nicht am Tatort gewesen, als seine Eltern starben.

In dem Autopsiebericht wird als Todesursache des Vaters ein Kopfschuss festgestellt. Fransina weise neun Schusswunden sowie mehrere Messerstiche auf.

Die Anhörung wurde auf heute vertagt. Schiefer bleibt weiter in Untersuchungshaft.
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