Newsletter

Zerstörung

 

Vom  5.12.2007

„Defekte“ Waffe im Mittelpunkt

Verhaltenes Lachen in der Anklagebank – Heftiger Streit zwischen Rechtsvertretern

Die Verhandlung gegen Dr. Kuno von Plocki war für den 3. bis 6. Dezember dieses Jahres festgelegt worden, aber wegen eines Workshops der Staatsankläger ab morgen am Waterberg wurde der Fall gestern auf den 21. bis 25. Juli nächsten Jahres vertagt, obwohl der Staat ein früheres Datum akzeptiert hätte.

© Dirk Heinrich
Der Verteidiger Jan Wessels am Dienstagmorgen mit seinem Mandanten während einer Verhandlungspause im Regionalgericht in Katutura.
Windhoek – Staatsankläger Brownwell Uirab wollte während des Kreuzverhörs des Zeugen Gerhard Hochobeb wissen, warum der Verteidiger des Angeklagten Dr. Kuno von Plocki, Jan Wessels, den Zeugen gefragt habe, ob er (der Staatsanwalt) mit Hochobeb über gewisse Details voriger Zeugenaussagen gesprochen habe. Uirab sagte, dass er das Recht habe, mit den Staatszeugen gewisse Aussagen zu besprechen, es außerdem unethisch sei, wenn die Verteidigung dieses Recht anzweifeln und gewisse Schlüsse daraus ziehen würde. Zudem sei es unnötig, den Zeugen dies zu fragen. Die heftige Auseinandersetzung der beiden Rechtsgelehrten musste von Richterin Dinnah Usiku gestern Vormittag beendet werden und die Verhandlung wurde auf 14 Uhr vertagt. Am Nachmittag wurden kurz der Bruder des Verstorbenen und ein Polizist in den Zeugenstand gerufen, bevor die Verhandlung ein weiteres Mal unterbrochen und der Fall anschließend auf den 21. bis 25. Juli 2008 vertagt wurde. Richterin Usiku zufolge hätte der Staat ein früheres Datum akzeptiert, aber der Verteidiger Wessels habe erst im Juli mehrere Tage hintereinander Zeit. Wessels sagte, dass es seinem Mandanten recht wäre, wenn der Fall erst wieder nach dem 1. September 2008 aufgenommen werde, da es für von Plocki schwierig sei, im Sommer von Deutschland nach Namibia zu kommen. Die Richterin legte die Verhandlung für Ende Juli des kommenden Jahres fest.
© Dirk Heinrich
Richterin Dinnah Usiku vertagte den Fall auf Mitte des kommenden Jahres.
Während des Kreuzverhörs des ehemaligen Farmarbeiters der Hetako Safari Lodge gestern Vormittag lachte der der fahrlässigen Tötung und nachlässigen Handhabung einer Feuerwaffe angeklagte deutsche Staatsbürger Dr. Kuno von Plocki einige Male verhalten auf der Anklagebank und schüttelte während der Aussagen ungläubig den Kopf.

Im Mittelpunkt der Verhandlung stand auch am zweiten Verhandlungstag die vermutlich defekte doppelläufige Kippwaffe von Plockis, aus der sich der tödliche Schuss auf den jungen Namibier Jörg Seefeldt gelöst hatte. Schon am Montag hatten zwei Zeugen ausgesagt, dass sich schon vor dem tödlichen Vorfall einige Male aus unbekannten Gründen ein Schuss aus der besagten Waffe gelöst habe. Verteidiger Jan Wessels versuchte zu beweisen, dass sich der Zeuge Hochobeb nicht mehr an Details erinnern könne, da der Vorfall zu lange zurückliege. Zudem würden dessen Schilderungen der Geschehnisse am gestrigen Tage nicht mit seinen Aussagen gegenüber der Polizei übereinstimmen. Hochobeb schilderte einen Vorfall, bei dem sich auf dem Hof der Hetako Safari Lodge ein Schuss aus der Kippwaffe gelöst haben soll, als von Plocki vor einigen Jahren die Waffe auf dem Weg zu einem Fahrzeug trug. Der Verteidiger wunderte sich, dass dieser Fall weder in einem Protokoll der Polizei zu finden sei noch von Ackermann erwähnt wurde, als diese am Tag zuvor aussagte. Hochobeb zufolge sei die ehemalige Jagdführerin der Hetako Safari Lodge, Anke Ackermann, bei dem Vorfall anwesend gewesen.
© Dirk Heinrich
Staatsankläger Brownwell Uirab drohte gestern, den Fall abzugeben.
Als Wessels dem Zeugen gegenüber behauptete, dass sein derzeitiger Arbeitgeber mit der Familie des Opfers verwandt sei, winkte die Mutter des Verstorbenen verneinend aus den Zuschauerreihen, woraufhin Richterin Usiku darauf hinwies, dass keine Kommentare oder Zeichen aus dem Zuschauersaal zugelassen seien. Mehrere Male ersuchte der Verteidiger die Richterin während des Kreuzverhörs, mit seinem Mandanten sprechen zu dürfen, was ihm gewährt wurde. Jedes Mal erklärte Wessels anschließend, dass von Plocki eine andere Vision der Geschehnisse als die des Zeugen aussagen werde.

Der deutsche Staatsbürger und Miteigentümer der Hetako Safari Lodge sowie Inhaber der Schwarzwald-Tierklinik bei Neubulach, Dr. Kuno von Plocki, bleibt weiterhin gegen Kaution von N$ 20000 auf freiem Fuß. Von Plocki war am 18. Januar 2006 mit seiner Frau Nicole, dem damaligen Manager der Hetako Safari Lodge, Jörg Seefeldt, und einem Farmarbeiter auf die Jagd gegangen (AZ berichtete). Dabei soll sich ein Schuss aus seiner Jagdwaffe gelöst und eine Kugel den jungen Namibier Jörg Seefeldt in den Rücken und Bauch getroffen haben. Seefeldt erlag am darauf folgenden Tag in einem Windhoeker Krankenhaus der schweren Schussverletzung.
Archiv


Anzeige
Wetter

Südafrika

 

Deutsch in Namibia

 

Reiterei in NAM

 

Reiterdenkmal

 

Simbabwe

 

Anzeige
Farm-Enteignung