Vom 2.09.2010 Betroffene sagt vor Gericht aus
Windhoek – In der Gerichtsverhandlung, in der drei Frauen gegen die namibische Regierung wegen unerlaubter Sterilisation klagen, hat eine der Betroffenen ausgesagt. Die Frau, deren Namen aus Rechtsgründen nicht genannt werden darf, erklärte gestern am Windhoeker Obergericht, sie habe der Sterilisation unwissend stattgegeben. Richter Elton Hoff vertagte den Prozess auf den heutigen Donnerstag.
Bei der Entbindung eines ihrer Kinder im Jahr 2005 hätten die Ärzte ihr ein Formular in die Hand gedrückt, welches sie unterschreiben sollte. „Ich habe nicht gewusst, was da drin stand, da ich kein Englisch spreche und die Ärzte es mir nicht erklärt haben“, gab die Klägerin zu Protokoll. Die Verteidigerin, Efi Schimming-Chase, erfragte, wie viele Kinder die Betroffene habe und ob sie gut für diese sorgen könne. Das Opfer antwortete, sie habe sieben Kinder gehabt. Eines sei an demselben Virus gestorben, an dem auch die Mutter erkrankt sei: der HI-Virus. Laut eigenen Angaben wohne die Frau in einer Wellblechhütte im Windhoeker Stadtteil Katutura. „Aber das heißt nicht, dass ich nicht für meine Kinder sorgen kann“, sagte sie.
Die drei Frauen, die vom namibischen Zentrum für Rechtsbeistand (LAC) vertreten werden, erklärten, sie seien im Staatskrankenhaus von Katutura, im Staatskrankenhaus von Oshakati und im Windhoeker Zentralkrankenhaus gegen ihren Willen sterilisiert worden – angeblich, weil sie mit dem HI-Virus infiziert gewesen seien (AZ berichtete).
Von Clemens von Alten |