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Regen in Namibia

 

Vom 16.10.2007

Bedroht, gefesselt und beraubt

Deutscher Staatssekretär und Familie mit Eigentümer der Heja Lodge überfallen

Kurz nachdem sie vom Essen in Windhoek zurückgekehrt und ihr Fahrzeug abgestellt hatten, wurden der deutsche Staatssekretär Gert Lindemann und seine Familie sowie Eigentümer Heinz Dresselhaus auf der Farm Hoffnung von bewaffneten Gangstern bedroht, gefesselt und beraubt.

Windhoek – Familie Lindemann und die Familie Heinz Dresselhaus kennen sich schon seit über zehn Jahren. Den 60. Geburtstag von Gert Lindemann feierte man Anfang dieses Monats gemeinsam in Kapstadt. Am vergangenen Donnerstag wurden Dresselhaus und seine Gäste auf der Farm Hoffnung überfallen und beraubt (die AZ berichtete). An dem besagten Abend waren Heinz Dresselhaus, der deutsche Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums Gert Lindemann, dessen Gattin Katie und Sohn Torre in Windhoek zum Essen. Anschließend fuhren sie gegen 22 Uhr zurück auf die Farm Hoffnung, einige Kilometer östlich von Windhoek. Dresselhaus habe die ferngesteuerte Garagentür geöffnet und den Wagen hinein gefahren. Im nächsten Augenblick sei das Fahrzeug von bewaffneten Männern umringt gewesen. „Ich hatte den Lauf einer Pistole oder eines Revolvers am Kopf. Der Mann flüsterte nur, dass ich kooperieren solle“, sagte Dresselhaus. Bevor die vier Personen an Händen und Füßen gefesselt wurden, hätten die Täter ihnen Pfefferspray in die Augen gesprüht. „Ich musste ihnen den Schlüssel zum Tresor geben. Meine Frau befand sich im Haupthaus und hatte uns zurückkommen gehört“, sagte der Eigentümer der Farm, auf der sich auch die Heja Lodge befindet. Gert Lindemann hätten die Kriminellen im Fahrzeug sitzen lassen, da dieser immer wieder gesagt habe, dass er nichts sehen könne. Dresselhaus, Katie Lindemann und der Sohn wurden in die angrenzende Werkzeugkammer gezogen und dort eingesperrt. Als Janet Dresselhaus in einem Bademantel bekleidet nach ihrem Mann rief, hätten zwei der fünf Verbrecher auch sie mit Pistolen bedroht, gefesselt und anschließend in die Werkzeugkammer getragen. „Die Kriminellen haben meine Frau zumindest anständig behandelt und den Bademantel zugehalten“, so Dresselhaus. Nach knapp einer Stunde seien die Verbrecher in dem Geländewagen des Typs Landcruiser von Dresselhaus geflüchtet. Sie hatten eine hohe Summe Bargeld, darunter auch das Geld von Staatssekretär Lindemann, in verschiedenen Währungen erbeutet sowie sechs Mobiltelefone, zwei Digitalkameras, drei Uhren, einen Entfernungsmesser, zwei Taschen und zwei Jagdmesser. „Mein Portemonnaie mit sämtlichen Karten wurde mitgenommen. Aber heute Morgen rief mich das Innenministerium an, da jemand meinen Führerschein und meine ID-Karte in Katutura gefunden und diese im Ministerium abgegeben hatte“, berichtete Dresselhaus gestern Mittag. Dagegen hätten die 24-Stunden-Notnummern der Standardbank und von MTC nicht funktioniert. „Ich habe dort angerufen, um meine Karten sperren zu lassen, aber da geht nicht einmal jemand ans Telefon“, sagte Dresselhaus.

Er habe sich mit Hilfe seines Taschenmessers am vergangenen Donnerstagabend befreien können. Auch Gert Lindemann konnte sich seiner Fesseln entledigen und sei „barfuss zum 200 Meter entfernten Haus meines Sohnes gelaufen, um dort Hilfe zu holen“, sagte der Farmer. Die Polizei sei informiert worden. Lindemann habe den Beamten gedroht, dass es Folgen haben würde, wenn diese ihre Arbeit nicht ordentlich und zuverlässig durchführen würden, so Dresselhaus. Gegen Mitternacht habe die Stadtpolizei den Landcruiser in Katutura entdeckt, mit dem die Verbrecher durch die Polizeikontrolle bei der Farm Hoffnung gefahren waren und anschließend den Geländewagen an einem Taxistand abgestellt hatten.

Staatssekretär Lindemann sei am Samstag wie geplant nach Deutschland zurückgeflogen. Auch sein Sohn habe planmäßig am Wochenende Namibia verlassen. „Katie Lindemann wollte ursprünglich noch zwei Wochen bei uns bleiben, aber wir haben sie heute in ein Flugzeug zurück nach Deutschland gesetzt“, sagte Heinz Dresselhaus gestern. Sie stehe immer noch unter Schock und wollte nicht länger in Namibia bleiben, so der Farmer. Staatssekretär Lindemann war gestern in Berlin nicht zu erreichen.
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