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Vom  6.04.2010

Terre`Blanche-Mord bringt Sicherheitssorgen

Zuma und SA-Kirchenrat wollen Rassenkonflikt nach gewaltsamen Tod des AWB-Führers abwehren

© privat
Eugene Terre`Blanche
Ventersdorp/Windhoek – Der Mord am 69-jährigen rechtsextremen Führer der Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB) und Farmer am Samstagabend vor Ostern, Eugene Terre`Blanche, hat in Südafrika eine Lawine an besorgten Stimmen prominenter Personen und Instanzen ausgelöst, die vor Rassenkonflikten warnen und Aufrufe enthalten, die Ruhe zu bewahren.
Terre`Blanche wurde gegen 18 Uhr von einem 21-jährigen Farmangestellten und einem 15-jährigen Jugendlichen mit einem Panga (Schlagmesser) und einem Rohr erschlagen. Laut der südafrikanischen Nachrichtenagentur handelt es sich bei den Tätern um Farmarbeiter von Terreblanche, die mit ihm in einem Lohndisput verwickelt waren. Die Polizei hat beide mutmaßlichen Täter gefasst. Terre`Blanche hinterlässt seine Frau Martie und Tochter Beya.
Nach dem Mord hat der südafrikanische Polizeikommissar Bheki Cele die Witwe Terre`Blanches und andere Hinterbliebene auf dessen Farm besucht. Laut Polizeiminister Nathi Mthethwa hat Cele lückenlose Aufklärung versprochen: „Der Fall wird geknackt und jemand wird bestraft.“ Die Polizei sei von der betroffenen Familie freundlich empfangen worden. An die Medien gerichtet sagte Mthethwa weiter: „Lasst uns als Südafrikaner eine Lösung finden. Es gibt nichts, mit dem wir als Südafrikaner nicht fertig werden können.“
Südafrikas Präsident Zuma hat am Sonntag in einer Sonderrede zu dem Mord Stellung bezogen, den er eine „feige Tat“ nennt: „Dieser Vorfall spricht zu uns Führern, dass wir gründlich zu überlegen haben, bevor wir öffentliche Erklärungen abgeben.“ Damit hat Zuma zur Hetzkampagne seines ANC-Jugendführers Julius Malema Stellung bezogen, der gern ein Lied „shoot the boer“ anstimmt. Das Gericht hat das Singen des Liedes inzwischen verboten, woran sich Malema nicht zu stören scheint. Die AWB hat indessen für den Mord nicht näher definierte Racheakte angekündigt.
Der charismatische und begabte Redner Terre`Blanche hat 1973 bereits mit „sechs anderen afrikaansen Patrioten“ mitten in der Apartheidszeit die AWB gegründet, denn die offizielle Rassenpolitik unter dem damaligen Premier Südafrikas, John Vorster, der einen leichten Wandel einführte, war den AWB-Kräften zu liberal. Bis zur Unabhängigkeit Namibias bestand auch eine AWB-Branche im ehemaligen Südwestafrika. Terre`Blanche und andere seiner Führungselite haben im Territorium SWA verschiedentlich gut besuchte Kundgebungen abgehalten. Die AWB hat in Namibia wie in Südafrika jedoch lediglich eine marginale Rolle gespielt. Nach 1990 ist die Bewegung in Namibia aus dem öffentlichen Leben verschwunden.

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