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Zerstörung

 

Vom  5.09.2008

Streik stoppt Bahnverkehr

Heute Morgen Krisengespräche bei Pohamba – NUNW-Forderungen sind „unverhandelbar“

Nachdem Transportminister Helmut Angula am Mittwoch weder auf eine Fünf-Stundenfrist reagiert hat noch auf ein Zwölf-Stunden-Ultimatum eingegangen ist, hat die Transportarbeitergewerkschaft (NATAU) gestern den gesamten TransNamib-Betrieb durch einen Generalstreik zum Stillstand gebracht.

© Dirk Heinrich
NATAU-Präsident, vorn rechts, hat seine Mitglieder unter den Transportarbeitern von TransNamib hinter sich. Sie haben jetzt den Bahnbetrieb zum Stillstand gebracht.
Windhoek – „Unsere Forderungen sind nicht verhandelbar“, so stellte sich Evilastus Kaaronda, Generalsekretär des Dachverbands der Gewerkschaften (NUNW) gestern hinter den NATAU-Präsidenten (Namibia Transport and Allied Workers´ Union). „Der Minister hat nicht auf unsere Forderungen reagiert. Ab sofort schlagen wir zurück.“ Aber die Gewerkschaft will heute Morgen mit dem Staatsoberhaupt Pohamba verhandeln. Der Kanzleibeamte Kamati hat gestern Nachmittag aus dem Staatshaus bestätigt, dass Präsident Pohamba heute 9 Uhr einen Termin mit der NUNW hat. Ausdrücklich wiederholte Kaaronda gestern die Forderung, dass der derzeitige Trans-Namib-Vorstand unter dem Vorsitzenden Festus Lameck zurücktreten und der vom Vorstand suspendierte Geschäftsführer Titus Haimbili wieder in sein Amt eingesetzt werden soll. „Der Vorstand hat nach mehreren Wochen immer noch keine Klagen gegen Haimbili veröffentlicht“, monierte Kaaronda im Beisein einer großen Anzahl von TransNamib-Angestellten im Gewerkschaftshauptquartier in Katutura.

Von den insgesamt 2025 Arbeitnehmern des staatlichen Transportunternehmens sind laut Generalsekretär Johannes Kwedhi 1900 in den Ausstand getreten. Die zusätzlichen etwa 200 Zeit- und Kontraktarbeiter können den Betrieb nicht aufrecht erhalten und sind dadurch zwangsweise ebenso zum Streik gezwungen. Die Züge, die am Mittwoch noch unterwegs waren, sollten nur ihren Bestimmungsort erreichen, aber dann nicht weiterfahren. Zu den Notdiensten, die NATAU noch verrichten will, gehört die Küche in der TransNamib-Berufsschule von Gammams, so dass die Versorgung der Studenten nicht unterbrochen wird. „Wir bleiben der TransNamib verpflichtet“, sagte Generalsekretär Johannes Kwedhi. Ein Container voller Fisch befinde sich derzeit in Grootfontein und müsse zum Krankenhaus von Rundu befördert werden. Diese Fracht wollten die Arbeiter noch abliefern. „Die Zustellung von Treibstoff betrachten wir als eine entbehrliche Leistung“, so Kwedhi.

Der NUNW-Funktionär Kaaronda befasste sich noch mit Aussagen von Ökonomen, die die allgemeine namibische Wirtschaftslage als „stabil und günstig für Wachstum“ schilderten. „Davon haben wir einfach nichts gesehen und einige Schlüsselunternehmen wie die Staatsbetriebe (parastatals) haben kläglich versagt, die Wirtschaft durch mehr Arbeitsplätze zu erweitern und den Graben zwischen Arm und Reich zu überwinden. Im Gegenteil die Staatsunternehmen verschlimmern die Ungleichheit und verringern nicht die Armut“, sagte Kaaronda unter Hinweis auf die astronomischen Gehälter, die sich die Geschäftsführer dieser Betriebe selbst bescheren. Er stellt sich hinter die Kritiker aus den SWAPO-Reihen im Nationalrat, die das derzeitige Kabinetts-Konzept zur besseren Kontrolle der Staatsunternehmen ablehnen. Der vorgeschlagene Kontrollrat soll kein Rattenschwanz des Kabinetts sein. Der Kontrollrat soll schon gar nicht vom Premierminister im Vorsitz geleitet werden, beanstandet Kaaronda, der den Premier Nahas Angula in letzter Zeit des Öfteren angegriffen hat.
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