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Regen in Namibia

 

Vom  8.02.2010

Premier musste eingreifen

Innenministerium wird wegen unbefugter Grenzsperre zurückgepfiffen

Die Touristikbranche windet sich noch unter der Verlegenheit, die das Innenministerium durch ein zwei Tage dauerndes Einreiseverbot gegen Fremdenführer aus Südafrika verhängt hat. Das Einreiseverbot wurde durch Eingriff des Premiers Nahas Angula notdürftig wieder aufgehoben.

Windhoek – Von den südlichen Grenzposten und vom Innenministerium ging am 27. und 28. Januar 2010 die Botschaft aus, dass ab sofort keine südafrikanischen Reiseführer (tour guides) mehr ins Land gelassen würden, wenn sie sich nicht namibischer Fremdenführer bedienten, und nicht noch andere Bedingungen erfüllten. Allison Hishekwa, Vizedirektor für Fremdenkontrolle, Staatsbürgerschaft und Pässe, wehrte auf Anfrag der AZ vehement ab, dass sein Ministerium „pauschal alle Anträge“ abgelehnt habe. „Es kann aber sein, dass ein paar Anträge abgewiesen wurden“, gab er zu verstehen. Aus der Reisebranche war jedoch zu erfahren, dass an den zwei Tagen zwischen 31 und 45 Fremdenführer und kommerzielle Reisegruppen abgewiesen wurden, mit dem Erfolg, das an die 1000 einreisende Touristen ihr Reiseziel gar nicht oder mit mehreren Tagen Verzögerung erreicht haben. Natalie Ahrens von der Touristikorganisation TASA konnte bestätigen, dass von den wöchentlichen Anträgen, die sie für südafrikanische Fremdenführer einreichen, plötzlich viele abgewiesen wurden. Sie konnte jedoch auch bezeugen, dass sich viele Tour Guides nicht an die Verordnungen halten.

Die Vorsitzende des Touristik-Dachverbands FENATA, Jaqueline Asheeke, und der Direktor des Namibischen Touristikrates (NTB), Digu //Naobeb waren nach dem Grenzeklat Ende Januar vergangene Woche mehrfach in Verhandlungen mit dem Innenministerium verwickelt, um den Rahmen für den Reiseverkehr aus Südafrika nach Namibia vor allem im Hinblick auf die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in der Kaprepublik wieder einzurenken.

Vizedirektor Hishekwa beklagt sich auch, dass viele Fremdenführer sich nicht an die Vorschriften für Arbeitsgenehmigungen und Arbeitsvisen hielten. Dass 45 Fremdenführer und über 1000 Touristen abgewiesen worden seien, hält er für eine „vollständige“ Übertreibung. „Namibia ist eines der flexibelsten Länder, was die Einreise betrifft“, beteuert der Vizedirektor.

Aus der Tatsache, dass der Premier eingegriffen hat und die Interessenträger von FENATA und vom Tourismusrat das Innenministerium bestürmt haben, ist die Krisensituation deutlich abzulesen. Nicht so leicht ist der Rufschaden zu erfassen, der durch abgewiesene Fremdenführer und ihre Touristen entstanden ist. NTB-Chef Digu //Noabeb schiebt die Schuld zunächst auf die Touristenführer. „Wir lassen ausländische Fremdenführer ins Land, wenn sie unsere Bedingungen erfüllen.“ Sie könnten dann das ganze Namibia bereisen. In Südafrika dagegen müssten sich namibische Touristenführer entweder um eine Zulassung in einer spezifischen Provinz kümmern, die dann auch nur dort gültig sei. Oder sie müssten eine Genehmigung für ganz Südafrika beantragen.

//Naobeb meint, dass Touristenführer sich selbst um die aktuellen Bestimmungen zu kümmern hätten, anstatt durch die plötzliche strenge Anwendung der Vorschriften überrannt zu werden. Das Verhältnis zwischen den SADC-Nachbarn Südafrika und Namibia sei auf der Touristik-Ebene noch nicht im Lot, obwohl beide Seiten schon seit sechs Jahren daran arbeiteten.

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