Die heutige Titelseite

 

Newsletter


Regen in Namibia

 

Vom 27.08.2010

Pohamba ruft zu Versöhnung auf

Präsident erinnert zum Heldengedenktag an die Opfer des Befreiungskampfes

Präsident Hifikepunye Pohamba hat zum Heldengedenktag gestern an die Entbehrungen der vielen Opfer kolonialer Fremdherrschaft in Namibia erinnert und die Einwohner des Landes erneut zu nationaler Versöhnung, Solidarität und Einheit aufgerufen.

© Ellanie Smit
Vertreter der namibischen Streitkräfte bei der Umbettung von Gebeinen, die 1999 südlich von Lüderitzbucht entdeckt wurden. Pohamba zufolge hätten die Überreste auch dann eine würdevolle Ruhestätte verdient, wenn einige nicht von Freiheitskämpfern sondern von „Minenarbeitern oder anderen Zivilisten“ stammen sollten.
Windhoek – Zu Beginn seiner Rede im Stadion von Lüderitzbucht rief Pohamba die Anwesenden zu einer Schweigeminute in Gedenken an die Freiheitskämpfer auf, die ihr Leben für die Unabhängigkeit Namibias geopfert hätten. Als Beleg für die Brutalität der deutschen und später südafrikanischen Besatzung nannte er die Gebeine von 474 Leichen, die 1999 östlich von Lüderitzbucht entdeckt und gestern auf dem Friedhof der Hafenstadt umgebettet wurden.
Obwohl nicht sicher sei, ob diese Überreste alle von ehemaligen Freiheitskämpfern stammten, seien sie doch ein Zeugnis für das Leid, das Namibias Einwohner während der Unterdrückung durch die deutsche Kolonialmacht und das südafrikanische Apartheidregime erlitten hätte. Davon zeugten auch die „Konzentrationslager“, die deutsche Truppen auf der Haifischinsel in Lüderitzbucht und anderswo errichtet hätten und in denen auch zahlreiche Frauen und Kinder umgekommen seien.
Angesichts dieser Gräueltaten ist es Pohamba zufolge dringend geboten, zu Anlässen wie dem Heldengedenktag innezuhalten und die Freiheitskämpfern zu würdigen, die Namibia die Selbstbestimmung ermöglicht hätten. Deren selbstlose Opferbereitschaft habe es Namibia zu verdanken, dass es heute als afrikanisches Vorzeigeland gelte, in dem Frieden, Stabilität und Demokratie herrsche.
Jene Errungenschaften sind Pohamba zufolge auch der Solidarität unter den Einwohner zu verdanken, die den Befreiungskampf zu einer „nationalen Anstrengung“ gemacht und vereint gegen die koloniale Unterdrückung aufbegehrt hätten. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl sei das wichtigste Kapital Namibias, das auch in Zukunft unbedingt genutzt werden müsse.
Demnach forderte Pohamba alle Bürger auf, sich auf die Politik der nationalen Versöhnung zu besinnen, die wesentlich zur Überwindung der Rassentrennung nach Ende der südafrikanischen Fremdherrschaft beigetragen habe. „Unsere Einwohner haben in Harmonie als Brüder und Schwestern zusammengelebt und wir sind stolz darauf, dass Namibia eine Oase des Friedens in Afrika ist“, erklärte er.
Ungeachtet dieses Erfolgs warnte Pohamba jedoch auch davor, dass Namibia nur wirtschaftliche Fortschritte machen könne, wenn „wir alle gemeinsam die Übel der Korruption, Kriminalität und Faulheit bekämpfen“. Dies sei die Bevölkerung den unzähligen Opfern des Befreiungskampfes schuldig, die ihr Leben für ein Land gegeben hätten, in dem „Jeder sein Potenzial erreichen kann“ und in dem sich „Besucher und Gäste sicher und willkommen fühlen“.
Die Zeremonie wurde mit der Verleihung von Orden an diverse Namibier abgeschlossen, die sich um die Überwindung der kolonialen Fremdherrschaft besonders verdient gemacht haben.
Archiv


Wetter

EES GANZ PRIVAT