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Vom  2.03.2010

Ovaherero-Delegation will bald reisen

Königshäuser weisen Riruakos Einflussnahme auf Rechtsprechung außerhalb von Aminuis zurück

Windhoek/Okakarara – Die Einflussnahme des Chefs Kuaima Riruako auf traditionelle Rechtsprechung unter den Ovaherero außerhalb des Kommunalgebiets von Aminuis ist bei der Sitzung der traditionellen Ovaherero-Königshäuser am 26. und 27. Februar in Okakarara auf Widerstand gestoßen.


Die traditionellen königlichen Behörden der führenden Häuser Maharero, Kambazembi, Zeraua und Vita (Kaoko) haben ihre Jahreshauptversammlung abgehalten. Die angebliche juristische Kompetenzüberschreitung Chef Kuiama Riruakos stand vornan. Riruako wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal von der Regierung als ein traditioneller Chef von der Regierung anerkannt, aber nicht in der Rolle als Oberhäuptling (Paramount Chief). Seine Anerkennung beschränkt sich wie bei seinen Amtskollegen auf einen provinziellen Bereich, binnen welchem seine ethnische Behörde für traditionelle Rechtsprechung zuständig ist und die Zentralregierung in Landnutzungsfragen beraten soll.

„Es geht nicht an, dass eine Gruppe der Ovaherero (d. Red.: von Riruako) ihre traditionelle Rechtsprechung auf den Bereich einer anderen Gruppe (zum Beispiel von Kambazembi und Zeraua) ausdehnen kann“, so gestern Festus Tjikuuja, Sekretär der königlichen Häuser. Laut Tjikuuja ist von den geladenen Ministerien nur eins erschienen. Vize-Justizminister Uutoni Nujoma hat seine Vorgesetzte Pendukeni Iivula-Ithana vertreten, aber die Minister der anderen Ressorts wie Jugend und Sport sowie Regional- und Kommunalverwaltung haben sich entschuldigen lassen. Die Konferenz hat Uutoni Nujoma aufgefordert, Anliegen der Zentralregierung vorzutragen. Die Regierung soll auch die Kompetenz der traditionellen Gerichte dahingehend stärken, dass geladene Zeugen und Angeklagte wie bei den anderen Landesgerichten notfalls durch Haftandrohung gezwungen werden können, vor dem Tribunal zu erscheinen. Derzeit würden viele Geladene solche Termine einfach ignorieren. Die Frage der Hereroschädel in Deutschland („Forschungsobjekte“ aus dem Kolonialkrieg) und deren Heimführung habe viel Emotion hervorgerufen, so Tjikuuja. Die anwesenden Führer hätten beschlossen, dass die Rückführung durch ein repräsentatives namibisches Komitee und nicht allein durch die Ovaherero ausgehandelt werden müsse.
Im Mai wird Festus Tjikuuja eine Delegation von acht jugendlichen Ovaherero nach Deutschland anführen, um mit deutschen Jugendlichen das Versöhnungsthema weiter zu führen. Die deutsche Seite wolle die Themen Klimawechsel und erneuerbare Energie anschneiden.

Ein anderer Teilnehmer der Versammlung hat zu verstehen gegeben, dass von den Königshäusern noch eine Erklärung zu erwarten sei, worin sie ihre Enttäuschung über den Besuch des deutschen Entwicklungsministers Dirk Niebel mitteilen wollten, der von der Linie abgewichen sei, die seine Vorgängerin Heidemarie Wieczorek-Zeul vorgegeben habe.

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