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Regen in Namibia

 

Vom 22.09.2009

Neue Hasstiraden von Nujoma

Altpräsident hetzt gegen Weiße – Hochkommissariat schaltet Außenministerium ein

Sam Nujoma kann es offenbar nicht lassen. Der Altpräsident ist am Wochenende Augenzeugen zufolge einmal mehr verbal völlig entgleist und hat die Weißen angegriffen. Zumindest das Britische Hochkommissariat hat sich bereits mit dem Außenministerium in Verbindung gesetzt.

Windhoek/Ongwediva –Nujoma soll bei einem SWAPO-Wahlkampfauftritt in Ongwediva am Samstag einmal mehr zum Rundum-Schlag gegen die Weißen, vor allem gegen Briten und Amerikaner ausgeholt haben, berichtet die Nationale Gesellschaft für Menschenrechte (NGfM). Laut NGfM-Direktor Phil ya Nangoloh habe Nujoma geäußert, die Weißen hätten das Land bereits viel zu lange provoziert. Weiße hätten keinen Respekt vor der Wahrheit und seien giftig wie eine Mamba. Briten und US-Amerikaner sowie deren Regierungen seien Kriminelle. Dann habe er die Menge aufgefordert: Sobald Ihr einen Engländer seht, prügelt auf seinen Kopf ein. Offenbar sprach Nujoma während der gesamten Veranstaltung fast ausschließlich Oshiwambo, eine in Englisch vorbereitete Rede soll er Berichten zufolge beiseite Gelegt haben. Allerdings liegen der AZ mehrere unterschiedliche Versionen von Äußerungen und Hergang der Veranstaltung vor.
Die namibische Jugend, so Nujoma nach Angaben der NGfM weiter, müsse sich bilden, um nicht auf die Imperialisten hereinzufallen und von ihnen getäuscht zu werden. Vielmehr müsse man sie stringent bekämpfen. Nur Angolaner und Asiaten seien gute Freunde der Namibier, weil sie den Freiheitskampf unterstützt hätten. Amerikanische und britische Imperialisten versuchten hingegen noch immer, Simbabwe zu zerstören. „Ich warne diese eindringlich: Fasst Simbabwe nicht an“, zitiert ya Nangoloh Nujoma, der für diesen Fall mit harten Reaktionen aus der SADC gedroht habe.
Aber auch die Deutschen wurden einmal mehr von Nujoma ins Kreuzfeuer genommen. Sie hätten im Krieg gegen die Herero zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts das Wasser vergiftet. Die Folge sei, dass Herero-Frauen heute durchschnittlich nur noch zwei Kinder zur Welt bringen können. Anderen Quellen zufolge soll Nujoma auch das gemeinsame „Töten“ der Deutschen, Briten und US-Amerikaner in Afghanistan kritisiert und die Befürchtung geäußert haben, gleiches würden diese Nationen in Kürze auch in Afrika unternehmen.
Ya Nangoloh verurteilte die Äußerungen einmal mehr scharf. „Wir sind sehr gespannt, was weiße Mitglieder der SWAPO und Präsident Pohamba zu diesen gewalttätigen Aussprüchen sagen wird“, so ya Nangoloh, der betonte, dass politischen Parteien solche diskriminierenden Äußerungen per Gesetz untersagt seien.
Während die amerikanische Botschaft in Windhoek gestern jeglichen Kommentar verweigerte, erklärte Gary Leslie, britischer Vize-Hochkommissar, auf AZ-Anfrage, dass man umgehend das namibische Außenministerium kontaktiert und um Aufklärung gebeten habe. Zunächst müsse aber geklärt werden, was wirklich von Nujoma geäußert worden sei, da die Berichte nicht eindeutig seien. Auch der deutsche Botschaftsrat Matthias Hansen bestätigte, die unterschiedlichen Berichte zur Kenntnis genommen zu haben, behielt sich aber einen Kommentar vor, da auch er sich zunächst Klarheit über die tatsächlichen Aussagen verschaffen wollte. Hansen erklärte zudem, dass bislang noch keine offizielle Reaktion von namibischer Regierungsseite auf die Äußerungen Nujomas vom Juni eingegangen sei. Damals hatte der Ex-Präsident ebenfalls bei einer Wahlkampfveranstaltung im Norden gefordert, dass kooperationsunwilligen Deutschen in den Kopf geschossen werden solle.
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