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Zerstörung

 

Vom 11.07.2008

Kreuze sorgen für „unnötige Panik

Scheinfriedhof am Reiterdenkmal ist Thema im Parlament – Bekennerschreiben aufgetaucht

© Wiebke Schmidt
Für große Aufregung sorgten in dieser Woche 51 Holzkreuze, die neben dem Reiterdenkmal aufgestellt wurden. Am darauffolgenden Tag waren es nur noch 16 Stück.
Windhoek - Kulturminister Willem Konjore hat die Aufstellung von Kreuzen am Reiterdenkmal in Windhoek kritisiert. Die dafür Verantwortlichen hätten für „unnötige Panik“ gesorgt, „die rechte Anderer verletzt“ und anderen Namibiern „die Möglichkeit entzogen, ihre Meinungen in reifer Art und Weise zu äußern“, sagte Konjore gestern Nachmittag im Parlament. In der Nacht zum Mittwoch wurden in der Nähe des Denkmals 51 Holzkreuze aufgestellt, die hauptsächlich Herero-Namen und -Begriffe tragen (AZ berichtete).

Indes ist gestern bei der AZ ein mit „An Eyedias project“ betiteltes Bekennerschreiben eingegangen. Der Absender, der anonym bleiben möchte, nennt für die Motivation seiner Aktion drei Gründe: „1. Wir denken offenbar nicht über unsere Geschichte nach. 2. Wir reden auch kaum über unsere Zukunft. 3. Das Reiterdenkmal ist ein so großes historisches Monument und wir wollen dort ein Museum errichten, welches den Namibiern ihre Geschichte erklären soll – es ist also für das namibische Volk von dem namibischen Volk und so soll es sein. – Wir scheinen nicht darüber nachzudenken, was wir tun und wie wir es tun und wohin dies führen mag.“

Von den 51 Kreuzen standen gestern noch 16 Stück. Konjore mahnte im Parlament: „Wir dürfen das Gesetz nicht in die eigenen Hände nehmen oder versuchen, kontroverse Aussagen zu diesem Thema zu machen, weil wir es mit einer schmerzvollen Geschichte zu tun haben.“ Er forderte die Namibier auf, der Politik der nationalen Versöhnung zu folgen und an dieses „sensible Thema mit Würde, Stolz und Harmonie heranzugehen“. Der Minister wiederholte Teile seiner Rede, die er am 24. Juni während der Debatte im Parlament zur Verschiebung des Reiter-Standbildes vor die Alte Feste zugunsten des Neubaus eines Unabhängigkeits-Gedenkmuseums gehalten hatte. Es sei „wichtig, dass gewisse falsche Auffassungen in unserer Gesellschaft korrigiert werden müssen“, so Konjore, der ein erklärter Befürworter der Verschiebung dieses Denkmals ist.
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