Die heutige Titelseite

 

Newsletter


Regen in Namibia

 

Vom 25.06.2008

Kabinett am Zuge

Parlamentsdebatte zur Reiterdenkmal-Zukunft

Windhoek – Das Parlament hat gestern über die Verschiebung des Reiterdenkmals debattiert, das dem Neubau eines Unabhängigkeits-Gedenkmuseums weichen soll. Einen Beschluss gab es nicht, lediglich eine Empfehlung von Kulturminister Willem Konjore. Dieser meinte, dass nur das Kabinett über eine Änderung des Planes entscheiden könne, weil dieses Gremium dereinst (2001) den Umzug des Standbildes beschlossen hat.

Die Debatte ging von Katuutire Kaura (DTA) aus, um einen alternativen Standort für das Museum zu finden. Dies lehnte Konjore ab. „Das Reiterdenkmal ist ein Symbol des gewaltsamen Kolonialismus. Der Platz, an dem es steht, erinnert uns täglich daran, dass wir unter kolonialer Aufsicht sind“, erklärte er. Es sei die „Aufgabe der Nation, die Geschichte aus unserer Perspektive zu erzählen und es ist wichtig, dass gewisse falsche Auffassungen in unserer Gesellschaft korrigiert werden müssen“. Er argumentierte, dass die Deutschen an dieser Stelle „Konzentrationslager“ betrieben hätten, in denen die Widerstandskämpfer „Folter, Hunger und Unterernährung“ ausgesetzt worden seien.

Der Platz eigne sich auch deshalb für ein Museum, weil dieses von der Innenstadt für Namibier und Touristen zu Fuß schnell erreichbar sei. Dort solle „der Sieg der Namibier“ verdeutlicht werden, „ohne die Geschichte zu zerstören und die historische Bedeutung und Gefühle herunterzuspielen“, sagte Konjore abschließend und bekam viel Zustimmung. NUDO-Abgeordneter und Herero-Paramount-Chief Kuaima Riruako sagte: „Lasst das Pferd doch wo es ist – ich will wissen, was der Grund dafür war.“ Die Deutschen seien Mörder gewesen, fuhr er fort. „Sie sollen wissen, was sie getan haben“, so Riruako.
Archiv


Wetter

Air Berlin

 

EES GANZ PRIVAT