Deutscher BMZ-Minister Niebel beendet Namibia-Besuch mit guten Erfahrungen
Mit einem zufriedenen Eindruck hat sich Dirk Niebel, Minister des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), am Freitag nach einem dreitägigen Besuch von Namibia verabschiedet. Er will wiederkommen, kündigte er an.
Windhoek – „Namibia ist ein schönes Land mit viel Potenzial. Ich komme bestimmt wieder“, sagte der FDP-Politiker kurz vor seinem Abflug am Freitagabend im AZ-Gespräch. Zuvor fand mit einem Treffen bei Präsident Hifikepunye Pohamba ein abschließender Höhepunkt der dreitägigen Namibia-Reise statt. Das Staatsoberhaupt habe sich 1,5 Stunden Zeit genommen – „eine Ehre für meine Delegation und mich sowie ein ganz klares Signal für die Wertigkeit der deutsch-namibischen Beziehungen“, wertete Niebel.
Besonders gefreut habe den Minister, dass Pohamba deutlich gemacht habe, dass sich die Regierung und die Bevölkerung über ausländische Privatinvestitionen freuen würden. Dies hätten auch alle anderen Gesprächspartner – darunter Premierminister Nahas Angula und Parlamentspräsident Theo-Ben Gurirab – zum Ausdruck gebracht, nachdem sich der Gewerkschaftsdachverband NUNW vergangene Woche dazu ablehnend geäußert hatte.
Ein gutes Beispiel für eine ausländische Privatinvestition sei die Ohorongo-Zementfabrik bei Otavi, bei deren Richtfest der Minister am Donnerstag Ehrengast war. Dieses Projekt, sagte Niebel im AZ-Gespräch, sei mehr als nur eine Investition, „das entwickelt eine ganze Region“. Bereits am Vortag wies er in seiner Rede darauf hin, dass das Zementwerk nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern „hohe Steuereinnahmen generieren und die Wirtschaft diversifizieren“ werde. „In Zukunft wollen wir noch viel mehr solcher Modelle schaffen. Dafür setze ich mich persönlich ein“, versprach Niebel.
Im Vergleich zu Ruanda, Kongo und Mosambik, wo der BMZ-Minister erst im Januar war, sei Namibia „viel weiter“. Das Land habe zudem die Chance, zum Beispiel durch Bergbau und Tourismus langfristig Einkommen zu generieren. Denn: „Es gibt noch viel zu tun“, sagte der FDP-Politiker mit Verweis auf hohe Arbeitslosenquote und HIV-Infizierungsrate sowie eine große Kluft zwischen Arm und Reich.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) könne dazu beitragen, den Lebensstandard vieler Menschen zu verbessern. Das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ funktioniere in Namibia, sagte Niebel und zeigte sich vor allem angetan von dem Kleinkreditprogramm der FIDES-Bank, das er im Norden besucht hat. Mit Hilfe von kleinen, geliehenen Beträgen werden dabei unternehmerische Existenzen aufgebaut oder erweitert.
Der deutsche Botschafter Egon Kochanke wertete den Besuch von Niebel insgesamt als gelungen. Es sei wichtig, dass sich der Minister diverse EZ-Projekte vor Ort angeschaut habe. „Man muss es mal selbst gesehen haben“, so Kochanke zur AZ.