
Rund 300 SWAPO-Mitglieder, darunter hauptsächlich Kinder, wohnten gestern der Kundgebung in Katutura bei. Vizeminister Paulus Iilonga kritisierte die Westmächte, die die Schwarzen noch immer als „Kaffern“ bezeichnen würden.
Windhoek – „Alle Menschen der Länder Tansania, Botswana, Kenia, Nigeria und Sambia werden sich bei Robert Mugabe und Thabo Mbeki entschuldigen, weil sie von Tsvangirai in die Irre geführt wurden“, so hat der Vizeminister für Arbeit und Sozialfürsorge, Petrus Iilonga, seine Rede bei der gestrigen SWAPO-Kundgebung begonnen. Etwa 300 Personen, darunter hauptsächlich Kinder, besuchten die Zusammenkunft in Katutura, die die Öffentlichkeit über die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im nächsten Jahr informieren sollte.

In Fahrt: Vizeminister Petrus Iilonga
Ilonga wetterte zudem gegen die Westmächte, die die SWAPO-Partei zerstören wollten. „Ich will nicht, dass ihr (die Jugend Namibias) die westliche Demokratie nachahmt, weil sie euch zerstören wird“, sagte Iilonga. Als Beispiel nannte er den Krieg in Georgien. Die westlichen Mächte würden Georgien verteidigen, obwohl das kleine Land den Krieg begonnen habe. „Diese Mächten zielen auf unsere Jugend, und das können wir nicht zulassen“, fuhr er fort. Zudem würden die Europäer - sprich Weiße – sie (die schwarzen Namibier) weiterhin diskriminieren. „Noch immer bezeichnen sie uns als Schwarze, noch immer bezeichnen sie und als Kaffern“, sagte Iilonga weiter. Der Vizeminister polterte etwa zehn Minuten lang und kam zum Entschluss, dass die Partei RDP nicht glaubwürdig sei. „Wir werden sie (RPD-Anhänger) aus Eenhana und Omuthia rauswerfen!“ schrie er.
Iilonga zufolge ist jemand dabei, die SWAPO zu sabotieren. „Wenn wir diese Leute (Saboteure) finden, werden wir mit ihnen abrechnen und sie rausschmeißen“, ließ Ilonga weiter laut hören. Seine Rede wurde mit großem Applaus und Parteiliedern der SWAPO-Anhänger umrahmt.
Nach gut drei Stunden Verspätung kam der Minister für Ländereien und Neusiedlung, Jerry Ekandjo, ans Wort. Sichtlich unvorbereitet fing er seine Rede vor den übrigen 150 Hörern an. Nachdem er die Kolonialzeit der Deutschen und Südafrikaner sehr scharf kritisiert hatte, folgte er dem gleichen Trend Iilongas: „Mugabe wurde frei und fair wiedergewählt.“ Dann fragte er verzweifelt, wie die Menschen aus Simbabwe nur von Tsvangirai geführt werden könnten. „Die Westmächte wollen eine Marionette (Tsvangirai) an die Macht bringen“, so Ekandjo. Ferner würden genannte Mächte Simbabwe neu kolonialisieren.
Zudem kritisierte er die Parteien DTA, CoD und RDP, die er als undemokratisch beschrieb. „Wenn Hidipo Hamutenya die Präsidentschaftswahl gewinnt, werfen wir ihn in die Mülltonne“, sagte Ekandjo weiter. Danach machte er den Anhängern deutlich, dass die SWAPO die demokratischste Partei der Welt sei. Hierbei verglich er Namibia mit den Vereinigten Staaten, wobei Namibia ihm demokratischer vorkommt, weil die SWAPO das Land führe. Genau wie sein Vorgänger sagte er, dass „seine Leute“ noch immer als „Kaffern“ bezeichnet würden.
Nur noch wenige Besucher hörten nach Sonnenuntergang das Ende seiner Rede.