Oppositionspartei entrüstet über Hetzrede des Ex-Präsidenten – NGfM fordert Anklage
Windhoek – Mit großer Entrüstung und Enttäuschung hat die Demokratische Turnhallen-Allianz (DTA) auf die neuerliche Hassrede von Ex-Präsident Sam Nujoma reagiert. Die Oppositionspartei wünscht sich nun eine Entschuldigung, während die Menschenrechtsgesellschaft NGfM eine Anklage gegen den Altpolitiker fordert.
„Wir dürfen nicht erlauben, dass solche Hassreden gehalten werden – das ist gegen das Gesetz und die Verfassung“, sagte DTA-Generalsekretär McHenry Venaani gestern in Windhoek. Man habe zwar Respekt vor dem Ex-Präsidenten, aber weder er noch irgendein anderer Namibier dürften solche Sache sagen wie Nujoma am vergangenen Wochenende. Venaani zeigte sich ebenfalls „enttäuscht, dass die regierende SWAPO-Partei dazu schweigt“. Er appellierte deshalb an den Partei- und Staatspräsidenten Hifikepunye Pohamba, Nujoma zu einer Entschuldigung vor der Nation zu bewegen und sich von dessen Rede zu distanzieren.
Namibia habe durch solche verbalen Auswüchse international „an Glaubwürdigkeit verloren“, bedauerte Venaani, der von „Schockwellen in diplomatischen Reihen“ sprach. Die internationale Gemeinschaft habe Namibia lange und mehrfach unterstützt, „jetzt bewegen wir uns rückwärts“, führte der Generalsekretär aus. So sei es kein Zufall, dass sich immer mehr Botschaften aus diesem Land zurückziehen würden. Nujomas Rede würde nicht nur politischen, sondern auch ökonomischen Schaden für Namibia anrichten, so Venaani.
Phil ya Nangoloh, Chef der Menschenrechtsgesellschaft NGfM, fordert indes den Generalstaatsanwalt auf, Nujoma wegen „rassistischer Aufwiegelung und Propaganda für Krieg gegen Mitglieder der weißen Rasse“ anzuklagen. Das geht aus einer Erklärung von gestern hervor.
Der Ex-Präsident soll auf einer SWAPO-Wahlkampfveranstaltung am 19. September in Ongwediva gegen Weiße, speziell gegen Briten, US-Amerikaner und Deutsche, gehetzt haben (AZ berichtete).