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Sam Nujoma

 

Vom  8.02.2010

Arroganz der Bürokratie

Das hört aller Spaß auf, wenn gebuchte Reisen und Safaris nach Namibia ins Wasser fallen, Betten nicht belegt werden, Touristen ein „Nie-Wieder“ geloben und Reiseunternehmer wie begossene Pudel dastehen. Von Urlaubsstimmung ganz zu schweigen.
Das Innenministerium von Namibia hat sich mit einer de facto zweitägigen Einreisesperre für südafrikanische Fremdenführer und damit derer anvertrauten Touristen nach Namibia einen Schildbürgerstreich geleistet, von dem der schlechte Ruf des chronisch beklagten Ressorts noch lange zehren wird.
Ganz gewiss haben die Reiseführer die Pflicht, sich zuvor kundig zu machen, welche Vorschriften in Namibia gelten, oder umgekehrt in Südafrika.
Es ist auch geläufig, dass es Unternehmer gibt, die mit dem Minimum an Service und Vorsorge ihre Touristen durch das Land schleifen. Dennoch kann es nicht sein, dass das Innenministerium mit seinen Grenzbeamten – sie sind das erste Aushängeschild für Image und Ruf des Landes – wie mit kleinen Hitlers in den Tourismus eingreift, um abweichende Unternehmer durch eine totale Rosskur zu maßregeln und gleichzeitig aber Hunderten von Besuchern das Recht auf Durchfahrt zu verweigern.
Nicht nur die Interessenträger des Fremdenverkehrs, sondern auch die Öffentlichkeit insgesamt muss sich zielgerecht organisieren, um dem chronisch erlahmten Innenministerium, seinem Chaos und seiner Inkompetenz in mehreren Bereichen zu begegnen. Im Umgang mit Arbeitsgenehmigungen, im Kundenservice und im Ton am Schalter, im Umgang mit den horrenden Gebühren, die im Falle der Erneuerung von Aufenthaltsgenehmigungen offensichtlich illegal und ohne Verordnung erhoben werden, und vielen anderen lebensnotwendigen Dienstbereichen hilft schon lange kein gutes Zureden mehr, sondern ist unter Anrufung der elementaren Bürgerrechte direkte Konfrontation angesagt, ohne Bestechung!
Nach zwei Jahrzehnten Unabhängigkeit steht in Namibia das Innenministerium trotz Computer, trotz Personalwechsel und trotz wiederholter Kritik so miserabel da wie am ersten Tag. Das Ministerium ist nicht der Stolz, sondern die Schande der Nation. Das Ressort schafft es nach 20 Jahren nicht einmal, alle Bürger mit Geburtsscheinen und mit Ausweisen auszustatten, so dass Wähler einfach durch Eid eines Mitwählers identifiziert werden und damit die Tür zur manch weiterer Fälschung geöffnet wird.

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