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Regen in Namibia

 

Vom 15.03.2010

Adenauer-Stiftung will bleiben

Keine Rückzugspläne aus Namibia – Rückendeckung von verschiedenen Seiten

Die Anfeindungen gegen die deutsche Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) wegen angeblicher Einmischung in politische Angelegenheiten Namibias haben die Stiftung nicht zum Rückzug bewegt. Indes hat die KAS bei mehreren Anlässen Rückendeckung bekommen.

Windhoek – Die Arbeit in Namibia gehe „normal weiter“, sagte Dr. Anton Bösl, Landesdirektor des KAS-Büros in Windhoek, auf AZ-Nachfrage. Und: „Wir wollen uns nicht einschüchtern lassen, sondern uns in gewohnter konstruktiver Weise weiter engagieren.“

Bösl war erst am Wochenende aus Deutschland zurückgekehrt. Er bestätigte, dass sein dortiger Besuch dem Zweck gedient habe, die Stiftungsleitung „über die politischen Angriffe“ zu informieren. Dies sei „ein ganz normaler Vorgang“. Die Stiftungsleitung habe die Vorfälle bzw. den Bericht „mit Sorge zur Kenntnis genommen“; sie hoffe nun, „dass die KAS als bewährter Partner weiter in Namibia arbeiten kann“, so Bösl.

Vergangene Woche hatte ein Medienbericht für Verwirrung gesorgt, wonach die Universität (UNAM) ihre Zusammenarbeit mit der KAS beenden und sich von der Stiftung keine Projekte finanzieren lassen will. Eine entsprechende Weisung sei von Vizekanzler Lazarus Hangula gekommen. Dieser dementierte dies jedoch am Donnerstag und wies den Bericht als „falsch“ zurück. Hangula sagte dies bei der Grundsteinlegung für die medizinische Fakultät (AZ berichtete) in Anwesenheit von Präsident Hifikepunye Pohamba. Die gleiche Aussage machte Prof. Nico Horn, Dekan der Rechtsfakultät an der UNAM, mit der die KAS zusammenarbeitet. Er habe vom Vizekanzler „überhaupt keine Weisung bekommen“, sagte er auf AZ-Nachfrage. Ein Umweltworkshop, der diese Woche stattfinden und den KAS finanzieren sollte, ist nicht wie in dem Medienbericht erwähnt abgesagt worden, sondern habe wie geplant stattgefunden, ergänzte Horn.

Sehr deutlich hat sich am Freitag auch der deutsche Botschafter Egon Kochanke zu den Anfeindungen gegen KAS geäußert. „Ich habe andere Dinge zu tun als auf solche dummen Bemerkungen zu reagieren“, sagte er auf Mediennachfrage und rief in Erinnerung, dass beim 20. KAS-Geburtstag in Namibia Ende vergangenen Jahres auch Parlamentspräsident Theo-Ben Gurirab sowie Vizejustizminister Utoni Nujoma zu Gast waren. Dies habe gezeigt, dass sie „die Kooperation mit der KAS in der Vergangenheit geschätzt“ hätten. Kochanke erwähnte auch das Engagement der Stiftung bei der Herausgabe von Publikationen mit der Wahlkommission und dem Parlament.

„Die Probleme zwischen KAS und Regierung können gelöst werden, die Stiftung hat eine gute Chance, mit der guten Arbeit fortzufahren“, sagte der Diplomat. Vor kurzem hatte er mit Premierminister Nahas Angula über dieses Thema gesprochen. Eine offizielle Stellungnahme der Regierung zu dieser Sache liege aber noch nicht vor, sagte Kochanke abschließend.

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