
Minister Kazenambo Kazenambo wurde ca. drei Stunden am Flughafen München festgehalten. Sein Flehen half nichts, erst die Intervention des Auswärtigen Amtes und der namibischen Botschaft konnte die Sache klären.
Windhoek/München/Berlin – Kazenambo Kazenambo, Minister für Jugend, Nationaldienst, Sport und Kultur, befand sich laut Medienberichten am Sonntagabend auf dem Heimflug von Mexiko nach Namibia und musste in München umsteigen. Dort hatten Beamte seinen Diplomatenpass wegen Verdachts auf eine Fälschung geprüft.
Der Grund: Die Seriennummer habe mit der Nummer eines als Fälschung bekannten Diplomatenpasses aus Ghana übereingestimmt. Das erklärte Matthias Hansen, Ständiger Vertreter an der deutschen Botschaft in Windhoek, gestern auf AZ-Nachfrage und rekapitulierte den Sachverhalt wie folgt: „Der Grenzbeamte gibt am Schalter die Passnummer ein und bei Übereinstimmung mit einer als Fälschung registrierten Nummer schlägt das System Alarm – und zwar unabhängig von der Nationalität des Reisenden bzw. des Passes.“ Und weiter: „Der Grenzbeamte muss die Sache dann verifizieren, das nimmt Zeit in Anspruch. Dabei ist es wohl zu einer erhitzten Diskussion zwischen dem Minister und dem Beamten gekommen, die offensichtlich eskaliert ist.“
Laut Medienberichten ist Kazenambo gebeten worden, ein weiteres Dokument (Ausweis, Führerschein) vorzulegen, das seine Identität bestätigen könne. Da er das nicht konnte, sei der Minister insgesamt drei Stunden festgehalten und befragt worden – und habe deshalb seinen Anschlussflug verpasst. Von der gleich lautenden Seriennummer bis zum Gewahrsam habe es sich um eine „Verkettung sehr unglücklicher Umstände“ gehandelt, so Hansen.
Nachdem der Diplomat am Sonntagabend über den Sachverhalt unterrichtet worden sei, habe er „umgehend das Auswärtige Amt kontaktiert“, das sich mit der namibischen Botschaft in Berlin in Verbindung gesetzt habe. Deren Botschafter Neville Gertze habe sich „persönlich eingesetzt“ und die Bundespolizei informiert, die sich wiederum an die Kollegen in München gewandt habe. „Die Sache hat sich dann schnell aufgelöst“, so Hansen. Kazenambo habe eine Nacht in München verbracht und sei Montagabend von Frankfurt/M. aus heimgeflogen.
In Medienberichten heißt es, dass der Minister nach eigenen Aussagen sehr ungehalten auf die Befragung der deutschen Beamten, die er als „grob und arrogant“ bezeichnete, reagiert und diese zudem als „Neonazis“ sowie „Befürworter von Adolf Hitler“ beschimpft habe. Zudem hätten Polizisten vor ihm mit Waffen rumgefuchtelt. „Davon ist mir nichts bekannt“, sagte Hansen.
Der Diplomat wies darauf hin, dass es sich um „keine offizielle Reise“ des Ministers gehandelt habe und deshalb „keine Notifizierung beim Auswärtigen Amt“ (durch die namibische Botschaft) erfolgt sei, die den Zwischenfall hätte vermeiden können. Trotzdem: „Die Ursachen werden nun vom Auswärtigen Amt und der namibischen Botschaft ausgewertet, um solche Fälle künftig zu vermeiden“, fügte er hinzu.
Botschafter Gertze und Minister Kazenambo waren gestern für die AZ nicht zu sprechen.