Deutsches Außenministerium und namibische Botschaft über Nujoma-Äußerungen im Gespräch
Windhoek – Nach den neuerlichen Hassreden von Altpräsident Sam Nujoma gegen Weiße hat jetzt auch die deutsche Regierung weitere Schritte in die Wege geleitet. Wie Matthias Hansen, Botschaftsrat der deutschen Vertretung in Windhoek, gestern der AZ mitteilte, habe man die Berichte nicht nur zur Kenntnis genommen, das Außenministerium in Berlin stehe nun auch mit der dortigen namibischen Botschaft im Gespräch. „Unser bisheriges Verständnis dieser Gespräche ist so: Die namibische Botschaft verweist darauf, dass die Äußerungen von Sam Nujoma keine offizielle Regierungsäußerungen sind“, so Hansen.
Auch das britische Hochkommissariat hatte sich umgehend mit dem namibischen Außenministerium in Verbindung gesetzt und zudem versucht, den genauen Wortlaut der Aussagen in Erfahrung zu bringen. Die Vertretung der USA hatte zunächst jeglichen Kommentar verweigert.
Nujoma soll bei einer Wahlkampfveranstaltung der regierenden SWAPO am Wochenende in Ongwediva erneut gegen Weiße gehetzt und unter anderem gefordert haben, Briten „auf die Köpfe zu schlagen“. Vor allem Briten und Amerikaner hatte er den Berichten zufolge als gefährliche Imperialisten gebrandmarkt, die Deutschen hatte er der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt: Weil sie beim Herero-Aufstand 1904 das Wasser vergiftet hätten, könnten Herero-Frauen heute im Durchschnitt nur noch zwei Kinder bekommen.