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Regen in Namibia

 

Vom 30.01.2009

Willkür wird jetzt untersucht

Bewegung in Einreisekonflikt – Touristen dürfen nicht verhaftet werden

Das Innenministerium will jetzt handeln und die Willkür von Beamten bei der Einreise untersuchen. Jeder Tourist soll 90 Tage im Land bleiben dürfen, so die Devise. Ein Treffen von Behördenvertretern sowie Repräsentanten der Tourismusbranche wird als erfolgreich beschrieben.

Windhoek – „Alle Ausländer haben das Recht, dass ihnen bei der Einreise 90 Aufenthaltstage gewährt werden. Ich weiß nicht, warum dies nicht so ist“, sagte Allison Hishekwa, Vizedirektor der Ausländerbehörde des Innenministeriums, gestern im AZ-Gespräch. Und: „Wenn jemandem weniger Tage als beantragt genehmigt wurden, soll er sich umgehend beim Ministerium melden.“

Hishekwa zufolge wird das Ministerium der Sache nachgehen. Die Verhaftung von Touristen wegen Fehlern von Grenzbeamten dürfe nicht zur Debatte stehen. Der Vorfall, bei dem vor kurzem ein deutscher Tourist eine Nacht hinter Gittern verbringen musste, weil ihm weniger Aufenthaltstage gewährt wurden als die Dauer zwischen Ankunft und Abflug betrug, werde untersucht. „Dieser Fall ist sehr bedauerlich“, betonte Hishekwa.

Dennoch, so Hishekwa, benötigte er weitere und konkrete Informationen, ob Beamte bei der Einreise des Hosea-Kutako-Flughafens tatsächlich willkürlich entscheiden würden, wie lange ein Tourist in Namibia bleiben darf. „Die Offiziellen werden manchen Personen 90 Tage und anderen weniger Tage gewähren. Das hängt von der Kommunikation zwischen Gast und Beamten ab.“ Wenn zum Beispiel ein Ausländer sagt, er werde Geschäfte erledigen, bestehe die Angst, dass der Gast illegal in Namibia arbeiten werde. Der Ausländer könne in diesem Fall weitere Aufenthaltstage beim Innenministerium beantragen. „Dies gilt aber nicht für den einfachen Urlaub“, so Hishekwa.

Warum die Einreisestempel verändert wurden, so dass der Beamte die Aufenthaltstage manuell eintragen muss, konnte der Vizedirektor jedoch nicht beantworten. Er werde aber auch dieser Sache nachgehen, versprach er. Bei Verwendung der älteren Stempel wurden jedem Touristen automatisch 90 Tage gewährt.

Indes hofft der Gastgewerbeverband HAN auf eine schnelle Lösung. Gestern haben sich die HAN-Geschäftsführerin Gitta Paetzod sowie die Geschäftsführerin des Tourismusdachverbandes FENATA, Jackie Asheeke, und Digu //Naobeb, Geschäftsführer des Tourimusrates NTB, mit Hishekwa getroffen und die Angelegenheit besprochen. Mit dabei waren auch Vertreter des Tourismusministeriums. „HAN wird nun einen Brief an den Staatssekretär des Innenministeriums schreiben, die Angelegenheit erläutern und Details vorlegen. Die Sache wird dann untersucht“, so Paetzold gestern. Es bestehe „ein großer Wille“ für eine Zusammenarbeit. Laut Paetzold wurde gestern der Grundstein für die Lösung des Problems gelegt.

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