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Umbenennung sorgt für Irrwege

Ehre wem Ehre gebührt - Jetzt dreimal Hausnummer 5 in der Tobias-Hainyeko-Straße

Die Politiker setzten sich durch: Neue Schilderung schmücken die Wege der Küstenstadt. Gleich drei Straßen werden nach einem Helden benannt, ohne darauf zu achten, dass sich dabei die Häusernummerierung verdreifacht.

Swakopmund - Der Swakopmunder Stadtrat erteilte Mitte Mai der Firma Zodiac Signs den Auftrag die Straßennamen zu ändern. So wurde aus der Moltkestraße, der Garnisonstraße und der Mittlestraße die Tobias-Hainyeko-Straße. Doch Moltke-, Garnison- und Mittlestraße haben alle ihre eigene Hausnummerierung. Was die Stadtverwaltung diesbezüglich dagegen unternehmen will und welche Kosten bei einer eventuellen Durchnummerierung entstehen werden, ist noch nicht bekannt. Fakt ist, dass die Änderungen der Straßennamen gute 120 000 Namibia-Dollar kostet. Hierbei handelt es sich bis jetzt nur um die Kosten für die Straßenschilder.

"Es war ein politischer Entschluss, ohne auf die in 1994 von Namibia unterschriebene ,World Heritage Convention" (Welt Kulturerbe Kongress) zu achten", sagte Walther Aston, Vertreter des Swakopmunder Einwohnerbunds, "auch das Versprechen der Swapo, den Tourismus in Swakopmund zu fördern, wurde übergangen". Die Namibian Public Workers Union (Napwu) schlug in ihrem Brief u.a. Hainyeko als eine Änderung vor. Doch wer war er eigentlich? Laut Napwus Motivation sei er der ersten Kommandant der Freiheitsbewegung gewesen. Geschichtsbücher berichten von einem Plan-Kommandeur Hainyeko, den die südafrikanische Armee 1967 am Kwandorivier erschoss. Es war in einer Zeit, als die Swapo Guerrillas zum ersten Mal mit Landminen und kleineren Gefechten aktiv wurden.

"Zur Zeit regiert die Swapo-Partei und diese war der Überzeugung, dass es sich um einen Befreiungskrieg handelte. Somit werden ihre Helden gehuldigt", sagt der Besitzer der Swakopmunder Buchhandlung, Anton von Wietersheim. "Ich glaube aber, dass diejenigen, die den Beschluss der Straßenumbenennung forciert haben, wahrscheinlich selbst nicht genau wussten, um wen es sich wirklich handelt." Das erklärt auch die peinliche Umtaufe der Brückenstraße im Dezember 2002. Der Vorschlag der Napwu weist deutlich auf Albertina Amadhila und nicht auf Dr. Libertine Amathila hin und mit diesem Fehler ist auch das Schild aufgestellt worden.

"Wir sind auf taube Ohren gestoßen, als wir zur Sprache brachten, allein aus Kostengründen lieber die neuen Entwicklungsgebiete mit den eingereichten Straßennamen zu versehen", berichtete Aston. "Aber das Problem ist schon bei den letzten Wahlen entstanden", so der Vertreter des Einwohnerbundes, "die Mehrzahl der Swakopmunder zeigte zu wenig Interesse. Da ist es dann auch kein Wunder, wenn man undemokratisch überstimmt wird".

Die Swakopmunder werden sich nun an die neuen Straßennamen gewöhnen müssen. An Namen, bei denen sich viele Einwohner und auch Touristen bestimmt fragen, wer diese Person eigentlich war oder ist und was sie mit Swakopmund zu tun hat(te). Im Übrigen ist es nicht das erste Mal, dass sich die Küstenbewohner mit Straßennamen beschäftigen. Aus einem Zeitungsbericht vom 3. April 1906 geht hervor: "Was Moltke und Roon gerade mit Swakopmund zu tun haben, so dass zwei Straßen nach ihnen benannt wurden, vermag man nicht recht einzusehen".

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19-Jun-2003-07:00

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