Kursierende E-Mail enthält völlig aus der Luft gegriffene Information
Windhoek – Jeder Autofahrer sollte eine Quittung verlangen, nachdem er Treibstoff getankt hat, da ansonsten die Tankwarte diese Zahlungsbelege an Taxifahrer verkaufen würden. Diesen Hinweis enthält eine E-Mail, die jetzt in Namibia kursiert. Der Nachricht zufolge, die auch der AZ von zahlreichen unterschiedlichen Absendern zugeschickt wurde, würden die Taxifahrer die Quittungen zusammen mit ihren eigenen Quittungen bei der Regierung einreichen, um Rückzahlungen für Treibstoff zu bekommen, der damit subventioniert sei. Deshalb sollte jeder Autofahrer einen Zahlungsbeleg verlangen, auch wenn er diesen nach dem Tanken wegwerfe, da ansonsten die Taxifahrer oder -eigentümer noch mehr finanzielle Erstattungen erhalten, was die normalen Fahrzeugführer indirekt bezahlen würden. Wegen dieser Regelung, heißt es in der E-Mail, würden die Taxiunternehmen die Treibstoff-Preiserhöhungen nicht so sehr spüren wie der Otto-Normal-Verbraucher.
„Diese Behauptungen sind völlig aus der Luft gegriffen und stimmen keineswegs“, sagte Harald Schmidt, Geschäftsführer des Verbandes der namibischen Ölindustrie. Es wäre für die Regierung und die betroffenen Ministerien ein viel zu großer bürokratischer Aufwand, den einzelnen Taxis jeden Monat einen gewissen Prozentsatz des Geldes für den von ihnen gekauften Treibstoff zu erstatten. „Das ist das erste Mal, dass ich so etwas höre“, sagte Schmidt auf AZ-Nachfrage.
Die Pressesprecherin des Ministeriums für Bergbau und Energie, Lydia Amutenya, zeigte sich über den E-Mail-Inhalt ebenfalls überrascht und sagte, dass ihr keine solche Regelung bekannt sei. Eine offizielle Stellungnahme sei jedoch im Augenblick nicht möglich, da sich die für diesen Bereich zuständigen Angestellten des Ministeriums im Augenblick auf einem Workshop im Ausland befänden. Sollte es jedoch der Fall sein, dass Tankwarte Quittungen an Taxifahrer verkaufen und diese die Beträge von der Steuer abziehen, dann sei dies eine kriminelle Handlung, die von der Polizei untersucht werden müsse. Es sei aber so gut wie sicher, dass die Regierung keinen Treibstoff für Taxis subventioniere, so die Ministeriumssprecherin.