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23.04.2014, Windhoek

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Schiffsbrand auf hoher See

Kabel-Legeschiff "Chamarel" in namibischen Gewässern ausgebrannt, gestrandet

Swakopmund/Henties Bay/Walvis Bay - Genaue Angaben über die Brandursache konnten gestern nicht in Erfahrung gebracht werden. NamPort-Pressesprecherin Liz Sibindi sagte lediglich, dass das Feuer am Mittwoch kurz vor 19 Uhr entstanden sei und alle 51 Crewmitglieder noch am gleichen Abend sicher an Land gebracht wurden . "Es liegt außerhalb unseres Hafens, deshalb kann ich nicht viel sagen", sagte sie.

Sibindi verwies die AZ an das Direktorat für maritime Angelegenheiten (DMA), das sich um "die Sache kümmert". Allerdings wollte sich weder dort noch beim zuständigen Transportministerium jemand zur Angelegenheit äußern. Das Direktorat habe das Nationale-Marine-Informations- und Forschungszentrum (Natmirc) von dem Ereignis informiert. "Wenn es zu einer Ölkatastrophe kommen sollte, werden wir natürlich informiert", teilte Chris Bartholomae von Natmirc auf AZ-Nachfrage mit. Bei der zuständigen Agentur Express Services in Walvis Bay wollte sich gestern ebenfalls niemand zur Angelegenheit äußern. Auch hier wurde ein Kommentar verweigert.
Angler berichteten gestern bei Meile 68 vom Strand aus, dass sie am Vormittag "zwei gewaltige Explosionen" binnen zwei Stunden gehört hätten, die aus dem brennenden Schiff stammen würden. Zuerst hätten sie die Schockwellen gespürt, wonach sie der laute Knall erreicht habe. Das Schiff lag gegen 11 Uhr etwa zwei Seemeilen vom Strand entfernt bei Meile 68 und somit etwa 15 Kilometer südlich vom Kreuzkap. Zu diesem Zeitpunkt drifteten lediglich zwei schwarze Fässer nahe der "Chamarel", während noch immer dicker, schwarzer und weißer Rauch aus dem Schiff quoll. Flammen waren aus der Luft noch auf dem Deck zu sehen, vor allem das Heck brannte sehr. Auf dem Schiff war keine Person sichtbar und lediglich ein kleines Boot hat die "Chamarel" hilflos umkreist. Weit und breit war kein Löschboot zu sehen. Auf der "Chamarel" waren noch eingepackte Rettungsboote zu erkennen, die die Crew nicht benutzt hat. Der mittlere Teil des Schiffs war vom Rauch und den Flammen schwarz gefärbt und komplett zerstört worden. Obwohl das Schiff teils schräg im Wasser lag, waren der Name "Chamarel" sowie der Aufdruck "Port Luis" noch eindeutig zu erkennen.

Augenzeugen berichteten der AZ, dass ein kleiner Schlepper vergebens versucht habe, das Schiff an Land zu ziehen. Das Seil sei "immer wieder gerissen". Gegen 14.30 Uhr sei die "Chamarel" schließlich auf eine Sandbank aufgelaufen und endgültig zum Stillstand gekommen. "Zu diesem Zeitpunkt hätte man zum Schiff schwimmen können", so ein Augenzeuge.

Aus zuverlässiger Quelle hat die AZ erfahren, dass das Kabel-Legeschiff "Chamarel", das die Flagge von Mauritius trägt, 135 Meter lang und 18 Meter breit ist. Das Leergewicht wird mit 6900 Tonnen angegeben. Das Schiff wurde im Jahr 1974 erbaut und hatte ursprünglich den Namen "Vercors". Seit 2002 gehörte das Schiff der Firma Chamarel Marine Services in Kapstadt. Es wurde hauptsächlich eingesetzt, um die Unterseekabel "SAT3", "WASC" und "SAFE" instandzuhalten.

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10-Aug-2012-07:58

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