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Regen in Namibia

 

Vom  9.04.2009

Schäden werden langsam sichtbar

Viele Schulen wieder geöffnet – Weitere Opfer durch Ertrinken und Malaria – Hilfe benötigt

Durch die sinkenden Pegel des Hochwassers in dem Cuvelai-System im zentralen Norden des Landes werden die Schäden an der Infrastruktur sichtbar, sind bisher unerreichbare Gebiete wieder mit der Außenwelt verbunden und kann die benötigte Hilfe berechnet werden.

Windhoek/Oshakati – Auf der wöchentlichen Pressekonferenz der FEMCO (Flood Emergency Management Coordination Office) in Oshakati gab der Leiter des Hochwasser-Nothilfe-Management-Koordinationsbüros, Staatssekretär Erastus Negonga gestern bekannt, dass seit dem 1. Februar dieses Jahres 92 Personen in dem Hochwasser (Efundja) ertrunken und seit Anfang der Regenzeit im November vergangenen Jahres bisher 34 Menschen an Malaria gestorben sind.

Bis Mittwoch seien in den Regionen Oshana, Omusati, Ohangwena und Oshikoto 20699 mutmaßliche Malariaerkrankungen gemeldet worden, von denen 4383 im Labor als positiv befunden wurden. Zwei Personen werden in Oshana-Region immer noch vermisst und es wird vermutet, dass sie ertrunken sind. Der bisher einzige mutmaßliche Fall von Cholera hat sich inzwischen als nicht positiv herausgestellt. Im vergangenen Jahr gab es während des Hochwassers bis zum 11. April 2008 1118 Cholerafälle, von denen 16 in Labortesten als positiv befunden und vier Personen Opfer der gefürchteten Krankheit wurden.

Von den 829 Schulen in den vier Regionen waren zum Zeitpunkt des Höchststandes des Efundja 219 Schulen geschlossen. Inzwischen seien nur noch fünf Schulen geschlossen und eine teilweise nicht nutzbar. In den restlichen Einrichtungen konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden, so Negonga. Dem Staatssekretär des Ministeriums für Regional- und Lokalverwaltung, Wohnungsbau und ländliche Entwicklung zufolge seien augenblicklich 78293 Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, da 3553 traditionelle Vorratskörbe/-kammern mit Getreidevorräten von dem Hochwasser zerstört wurden.

Bis April des kommenden Jahres können 20164 Kommunalfarmer mit keiner Ernte rechnen, da ihre bestellten Felder überflutet wurden und die Pflanzen verrotteten. Insgesamt sei die Ernte auf 48226 Hektar zerstört worden. FEMCO zufolge mussten Farmer die Verluste von 1330 Rindern, 415 Eseln, 7467 Ziegen und 54 Schafen hinnehmen. Zudem seien der Veterinärbehörde zufolge fast ein Viertel der Rinder in den vier Regionen von der Hautknotenkrankheit befallen (AZ berichtete).

Sieben Hauptstraßen konnten seit dem 18. März dieses Jahres wieder repariert werden, aber 20 Straßen seien immer noch unpassierbar. Eine Kläranlage sei inzwischen repariert worden aber in drei Orten seien die Klärbecken immer noch beschädigt und vom Hochwasser überschwemmt. 1104 Familien mussten ihre Bleibe verlassen. Betroffen sind 7063 Personen, von denen zahlreiche bei Verwandten oder Freunden unterkamen, aber von denen im Augenblick noch 3658 in Notunterkünften in verschiedenen Zeltlager oder öffentlichen Gebäuden untergebracht seien. Den neuesten Informationen des FEMCO zufolge haben 1039 Kleinunternehmen ihre Türen schließen müssen, da entweder die Gebäude im Wasser stehen oder die Vorräte überflutet wurden oder Kunden die Unternehmen nicht erreichen können. Negonga sagte, dass 13 Spenden im Gesamtwert von 384777,74 Namibia-Dollar bisher von FEMCO empfangen wurden, dass aber noch sehr viele Hilfsgüter für die große Anzahl Personen, die durch das Hochwasser betroffen sind, benötigt werden.

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