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Zerstörung

 

Vom  2.07.2008

Ringbahn um Windhoek

Parlament diskutiert über Transportsystem – Tempo drosseln

Eine Ringbahn an der Peripherie von Windhoek könnte das bestehende Transportproblem der Hauptstadt verringern. Dieser Vorschlag wurde gestern während der Parlamentssitzung gemacht. Außerdem wurde über Geschwindigkeitsbegrenzungen diskutiert.

Windhoek – Ins Rollen gebracht wurde die Debatte durch McHenry Venaani (DTA). Dieser regte an, dass die Windhoeker Stadtverwaltung ihren „maroden Busdienst wiederbeleben“ solle, um einen Schulbus-Service einzuführen. Der Abgeordnete begründete seinen Vorschlag mit dem verstärkten Druck auf Eltern von schulpflichtigen Kindern durch die steigenden Benzinpreise. „Wir brauchen die Hilfe der Regierung“, forderte Venaani – und bekam nicht nur fraktionsübergreifende Zustimmung, sondern trat damit eine generelle Diskussion über das öffentliche Transportnetz Namibias sowie die Benzinpreisentwicklung los.

Man brauche „ein Konzept für diese Dienstleistungen“, sagte Utoni Nujoma (SWAPO) und hob das Thema auf eine höhere Stufe. „Und zwar für das ganze Land – nicht nur für die größeren Städte, sondern besonders für die ländlichen Gebiete.“ Nujoma regte an, eine Ringbahn an der Peripherie von Windhoek zu bauen, welche die Menschen zum Beispiel „von Katutura über Windhoek-West bis zur Universität und zurück“ bringen könnte. „Der Benzinpreis wird nie mehr auf das alte Niveau zurückgehen. Deshalb müssen wir vorausdenken“, forderte der Abgeordnete. Sein Fraktionskollege und zugleich Minister für Kriegsveteranen, Ngarikutuke Tjiriange, stellte die Frage in den Raum, ob dieses Transportsystem „profit- oder service-orientiert“ betrieben werden soll. Fakt sei: „Das (jetzige) System ist nicht zweckmäßig.“ Er regte weiterhin an, Busse und eventuell auch Taxis in die Diskussion einzubeziehen.“

Transportminister Helmut Angula wies darauf hin, dass das Layout der Städte „aus der kolonialen Ära“ stamme und deshalb die Bedürfnisse der Bevölkerungsmehrheit nicht berücksichtigt worden seien. Es seien deshalb keine Vorkehrungen für öffentliche Transportverbindungen getroffen worden, führte er aus. „Es ist Zeit, dies zu ändern“, sagte Angula, und mahnte an, dass Entscheidungen wie diese nicht den Stadträten allein überlassen werden könnten. Die hohen Benzinpreise hätten ihre Ursachen vor allem im Irak-Krieg, so der Minister. Darauf regte Nujoma an, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften auf 30 km/h und außerhalb von Ortschaften auf 100 km/h zu senken. Somit würden die Namibier viel Benzin sparen. Er warf ebenso ein, dass es ratsam wäre, sich an die Zeiten zu erinnern, als ein Ölembargo gegen Südafrika verhängt wurde und das Nachbarland nach Alternativen gesucht hatte.

„Dieser Antrag braucht die Unterstützung von uns allen“, forderte Premierminister Nahas Angula. Die Finanzierung bzw. Subventionierung eines öffentlichen Transportsystems könnte – wie beim Modell Stadtpolizei Windhoek – über eine erhöhte Steuer für Grundstückseigentümer funktionieren, schlug er vor. Die Debatte über dieses Thema wird heute Nachmittag im Parlament fortgesetzt.
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