Regierungsbekenntnis zum Kulturerbe, aber: Denkmal wird verschoben
Windhoek – Das Reiterdenkmal in Windhoek soll auf jeden Fall erhalten werden. Das bekräftigte jetzt Esther Moombolah-/Goagoses, Vizedirektorin und Leiterin des Nationalmuseums im Kulturministerium. „Natürlich bleibt das Denkmal bestehen, es ist schließlich Teil unseres Kulturerbes“, sagte sie gestern auf AZ-Nachfrage, nachdem ein Medienbericht für Beunruhigung und Spekulationen gesorgt hatte.
Fest stehe aber, dass das Monument an einem anderen Ort platziert werden soll, weil es dem Neubau eines Unabhängigkeitsmuseums an dieser Stelle weichen müsse. „Das Denkmal wird seinen neuen Platz vor der Alten Feste bekommen“, wiederholte Moombolah-/Goagoses eine Kabinettsentscheidung von 2001 (AZ berichtete). Mit dem Museumsneubau soll indes noch im laufenden Finanzjahr begonnen werden. Dies schlussfolgert die Vizedirektorin aus der Haushaltsvorlage von Helmut Angula, Minister für Öffentliche Arbeiten, Transport und Kommunikation. Dieser habe in seinem Etat 2008/09 rund acht Millionen Namibia-Dollar für den Neubau auf dem städtischen Areal zwischen Alte Feste und Christuskirche vorgesehen, sagte Moombolah-/Goagoses. Weitere Details, auch zum Zeitplan, kenne sie jedoch nicht. Ebenso wenig könne sie bestätigen, dass das Museum von einem nordkoreanischen Unternehmen gebaut werde. Insider jedoch gehen fest davon aus und verwiesen auf ein „Paket“ aus drei Neubauprojekten (Heldenacker, Staatshaus, Museum), welches die Nordkoreaner verwirklichen sollen.
Zuletzt hatte im Januar 2007 der damalige Kulturminister John Mutorwa darauf gedrungen, die Pläne für den Museumsbau voranzutreiben. „Während wir den 20. Jahrestag von Namibias Unabhängigkeit im Jahr 2010 vorbereiten, müssen das Direktorat für nationale Denkmalpflege und Kulturprogramme sowie der Namibische Denkmalrat an vorderster Front stehen, um sicherzustellen, dass wir wenigstens ein Unabhängigkeits-Denkmal in der Hauptstadt Windhoek haben“, sagte er damals.
Eckhart Mueller, Vorsitzender des Deutschen Kulturrates (DKR), reagierte gelassen auf die neueste Diskussion. Er werde dazu heute Gespräche mit dem Fachministerium führen, sagte er auf AZ-Nachfrage.