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Regen in Namibia

 

Vom 27.01.2009

Regierung muss jetzt handeln

Beamten-Willkür stößt auf Protest – Schaden für namibischen Tourismus befürchtet

Der Gastgewerbeverband HAN hat das sofortige Handeln der Regierung gefordert, um die Willkür von Grenzschutzbeamten bei der Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen für Besucher zu beenden (AZ berichtete). Das Innenministerium will sich heute dazu äußern.

© Wiebke Schmidt
In der Schalterhalle des Innenministeriums in Windhoek wurde mittlerweile ein Schalter eingerichtet, bei dem Touristen, denen zu wenig Aufenthaltstage genehmigt wurden, ihre Besuchsdauer gegen Zahlung einer Gebühr von 390 N$ verlängern können. Viele Touristen bezeichnen dies als reine Abzocke.
Windhoek – „Wenn die Regierung jetzt schläft, kann es verheerende Folgen für den Tourismus haben“, sagte HAN-Geschäftsführerin Gitta Paetzold gestern auf AZ-Nachfrage. Sie habe bereits den Tourismusrat NTB, den Tourismus-Dachverband FENATA sowie das Tourismus- und das Innenministerium aufgefordert, umgehend eine Lösung zu finden.

Paetzold meint, dass diese Angelegenheit für das namibische Image sehr peinlich sei. „Ich habe schon mit dem Direktor der Abteilung Grenzkontrolle des Innenministeriums gesprochen. Er will die Sache jetzt klären“, so Paetzold. Der HAN-Geschäftsführerin zufolge liegt dieses Problem an mangelnder Kommunikation zwischen Ministerium und Beamten. Paetzold rät Touristen, bei der Einreise auf die Tage zu achten, die der jeweiligen Person durch einen handschriftlichen Vermerk im Reisepass genehmigt werden. „Die Beamten bei der Grenzkontrolle sind sich nicht bewusst, wie wichtig ihre Rolle ist. Diese Sache ist sehr besorgniserregend und unangenehm“, sagte sie abschließend.

NTB-Geschäftsführer Digu //Naobeb begründete die manuelle Eintragung von Aufenthaltstagen in Reisepässen wie folgt: „Derzeit ist das Innenministerium damit beschäftigt, die Visa-Regelung für Touristen zu überprüfen.“ Und: „Dass es eine Festnahme gegeben hat, ist sehr traurig. Dies wirkt sich sehr negativ auf unser Image aus“, so //Naobeb. Er habe noch gestern versucht, ein dringliches Treffen mit Ministern, Organisationen und dem Privatsektor zu vereinbaren, um eine Lösung zu finden. Der NTB-Chef fügte hinzu, dass jeder Tourist jedoch dafür verantwortlich sei, in seinem Reisepass nachzusehen, wie viele Aufenthaltstage er bekommen habe.

Jackie Asheeke, Geschäftsführerin des Tourismus-Dachverbandes FENATA, meint, dass dieses Problem schon seit zwei Jahren bestehe. Es sei inakzeptabel, dass manche Leute 14 Aufenthaltstage bekämen und andere 90. „Dies ist ein Management- und Ausbildungsproblem der Beamten am Schalter. Das Innenministerium muss seine Leute besser koordinieren“, so Asheeke. Und: „FENATA wird die Innenministerin darauf aufmerksam machen. Die Person, die eine Nacht im Gefängnis verbringen musste, hat unsere Sympathie.“

Vom Innenministerium wollte gestern niemand eine Erklärung zu dem Sachverhalt abgeben. Es wurde jedoch angekündigt, dass man sich heute äußern wolle. Ministerin Rosa Nghidinwa ist derzeit im Urlaub und werde erst nächste Woche wieder im Büro sein.

Die AZ hatte am vergangenen Freitag über die Praktiken von Grenzschutzbeamten berichtet, die am Einreiseschalter des Hosea-Kutako-Flughafens die Aufenthaltsdauer von Namibia-Besuchern willkürlich und ohne erkennbares System verkürzen, obwohl man als Tourist bis zu 90 Tage im Land bleiben darf. Eine Sprecherin des zuständigen Innenministeriums hatte zudem erklärt, dass „suspekte Touristen“ einen kürzeren Aufenthalt bekämen als nicht suspekt erscheinende Ausländer. In einem Fall wurde ein deutscher Tourist wegen illegalen Aufenthalts verhaftet und musste eine Nacht in Polizeigewahrsam verbringen.

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