
Wenige Meter von dem Toten versuchten die Verbrecher Kleidungsstücke zu verbrennen. Daneben ein blutverschmierter Beutel und olivbraune Kleidungsstücke. Was die mutmaßlichen Mörder vorhatten, konnte die Polizei noch nicht klären.
Khomas-Hochland/Windhoek –. Auf einem Farmweg entdeckte der Rechtsanwalt Wolfgang Pfeiffer, Miteigentümer der Farm Okariro im Khomas-Hochland westlich von Windhoek am Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr einen weißen Mietwagen mit Dachzelt. „Ich hupte, aber der Geländewagen fuhr weiter, bog auf die Hauptstraße D1420 und jagte davon“, sagte Pfeiffer Sonntagnacht. Pfeiffer verfolgte zusammen mit seiner Lebensgefährtin Fredrun von Gossler den Toyota Doppelkabiner mit südafrikanischen Kennzeichen und konnte schließlich neben das Fahrzeug gelangen. Der dunkelhäutige Fahrer gab ihm das „Daumenhoch-Zeichen“ und fuhr mit hoher Geschwindigkeit weiter durch das bergige Gelände. „Ich deutete dem Fahrer an, anzuhalten, aber dieser versuchte mich von der Schotterstraße zu drängen“, sagte Pfeiffer. Da er nur den Fahrer in dem Mietwagen sah und dieser aggressiv auftrat, vermutete Pfeiffer, dass der Geländewagen möglicherweise gestohlen wurde. Über Funk benachrichtigte Pfeiffer die Farmer in der Umgebung und bat diese auch die Polizeikontrolle bei Windhoek zu informieren. An dem T-Anschluss auf die Schotterstraße D1958 bog das verfolgte Fahrzeug nach rechts in Richtung Otjimbingwe ab. Sofort informierte der Wochenendfarmer über Funk die Farmergemeinschaft und setzte die Verfolgung fort. „Nach wenigen Kilometern sah ich an der Spur, dass einer der Reifen Luft verlor“, sagte Pfeiffer. Als er ein wenig später über einen Hügel kam, sah er an der Gabelung der Straßen D1958/D1541 eine Staubwolke und ahnte, dass sich das Fahrzeug in der Kurve überschlagen haben musste. „Ich wartete in einigen Abstand und als der Staub sich legte, sah ich wie der Fahrer seinem Beifahrer aus dem verbeulten Wagen half und die Beiden sich gegenseitig stützend, die Flucht ergriffen“, erzählte Pfeiffer. Inzwischen war es 17.30 Uhr. Die beiden Männer seien einen Hang hinunter verschwunden. Als Wolfgang Pfeifer zu und um den Mietwagen lief, der nach dem Überschlag wieder auf den Rädern stand, entdeckte er zu seinem Erstaunen „eine weiße Frau, schätzungsweise Mitte 50“. Sie teilte Pfeiffer mit, dass ihr Mann ermordet worden sei. Als Pfeiffer fragte wo ihr Mann sei, sagte die Frau, dass ihr Mann „an einer Stelle sei, an der sie verfolgt worden seien“. Die Farmer der Umgebung wurden über den Unfall und die Flucht der beiden Männer über Funk informiert. Farmer aus der Umgebung erreichten kurz darauf die Unfallstelle. Pfeiffer fuhr mit einem seiner Nachbarn, einem Arzt und ebenfalls Wochenendfarmer zu der Stelle, an der er das Fahrzeug erstmals entdeckt hatte. Nach kurzem Suchen wurde die Leiche des deutschen Touristen in einem tiefen, schmalen und steinigen Rivierbett gefunden. Mit Steinen war das Gesicht verdeckt worden. Der Arzt konnte nur den Tod feststellen. Wenige Meter entfernt hatten die Verbrecher versucht blutgetränkte Wäsche zu verbrennen. Neben dem Farmweg und im Busch lagen Ausrüstungsgegenstände wie Batterien, Feuerlöscher, Abschleppseil und Getränkebehälter. Auch einige Euromünzen lagen im Gras. Pfeiffer und der Arzt fuhren zur Unfallstelle zurück, wo sie auf die Polizei warteten. Farmer brachten die Touristin auf die Gästefarm von Günther Garbade, wo sie später von einem Krankenwagen abgeholt und nach Windhoek gebracht wurde.

In diesem Mietwagen verunglückten die Verbrecher zusammen mit der gekidnappten deutschen Touristin etwa 56 Kilometer von Windhoek entfernt am vergangenen Sonntagnachmittag im Khomas-Hochland. Die beiden Männer flüchteten nachdem sie sich überschlagen hatten.
Später in der Nacht, nachdem die Polizei die Unfallstelle gesichert hatte, führte der Anwalt die Polizeibeamten zu der Stelle an der die Leiche versteckt worden war. Nachdem sich die Beamten kurz umgesehen hatten, verließen Pfeiffer und die meisten Polizisten den Ort wieder und warteten auf Dr. Paul Ludick vom forensischen Institut. Dieser traf kurz vor Mitternacht mit seinen Mitarbeitern an dem Ort auf der Farm Okariro ein.