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Vom 12.08.2009

Neue Wege bei der Konfliktlösung – Streitschlichter an der DHPS


Die DHPS-Streitschlichtergruppe 2009: vorne, v.l.n.r.: Viktoria Funke, Michelle Ndjoba, Tanya Gärtner, Sophie Seydel, Rafaela Höpker; hinten, v.l.n.r.: David Sessay, Marcel Ritz, Christoph Thesen. Nicht auf dem Foto: Nadja Schnabel.
Morgens um zehn, große Pause an der DHPS: Paul*) aus Klasse 8 schlägt blind auf zwei Mitschüler ein. Der Lehrer, der Pausenaufsicht hat, kommt dazu und zerrt ihn entrüstet zur Schulleitung. Paul bekommt einen schriftlichen Tadel und muss zum pädagogischen Hausmeister.

Zu Hause erzählt er seiner Mutter: „die zwei haben mir mein Federmäppchen weggenommen und mich zehn Minuten lang damit geärgert, dass sie es sich gegenseitig zugeworfen haben. Was hätte ich denn tun sollen?“ Seit August 2008 wissen die Schüler der DHPS, was sie in dieser Situation tun können: sieben Schüler aus den Klassen 6 bis 11 haben sich seit März von einer pädagogischen Fachkraft zu Streitschlichtern ausbilden lassen und können in solchen Situationen unter den Streithähnen vermitteln.

Dabei kommt es nicht darauf an, den „Täter“ zu bestrafen, sondern die subjektiven Sichtweisen der Streitenden zu klären und ihnen zu helfen, einen Weg zu finden, mit dieser Situation fertig zu werden. Im hier geschilderten Beispiel wurde ja deutlich, dass der „Täter“ zuvor „Opfer“ war und die späteren „Opfer“ die vorherigen „Täter“.

Solche Gespräche zur Streitschlichtung finden zwischen den streitschlichtenden Schülern und den vorherigen Streithähnen statt, es sind also keine Lehrer oder Eltern dabei. Die Gespräche enden immer mit einem Vertrag, den beide Seiten unterschreiben und dessen Einhaltung auch überprüft wird. Etwa 20 solcher Gespräche wurden seit Einführung der Streitschlichtungsarbeit schon geführt.

Wesentlich dabei ist, dass die Hintergründe des Konflikts aufgedeckt und bearbeitet werden mit dem Ziel, dass beide Streitenden als Gewinner herauskommen und das „Täter-Opfer-Schema“ durchbrochen wird. Seit Juni 2009 hat sich die ursprüngliche Streitschlichtergruppe deutlich erweitert: jetzt werden neun Schülerinnen und Schüler zusätzlich zu Streitschlichtern ausgebildet.

Die Streitschlichter reagieren immer schnell, wenn sie gebraucht werden, und in der Regel reicht eine große Pause für ein Streitschlichtungsgespräch aus. *) Diese Geschichte ist frei erfunden, könnte aber jederzeit so passieren.
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