Transportarbeiter von TransNamib haben sich verrechnet
Windhoek – Das staatliche Transportunternehmen TransNamib hat am Samstag in einem Eilantrag vor dem Obergericht erwirkt, dass der seit dem 27. Januar 2012 durchgeführte Streik der Transportarbeiter für illegal erklärt wurde. Daher ist es den 1435 Arbeitnehmern untersagt, mit dem Streik fortzufahren. Gleichzeitig untersagt die gerichtliche Anordnung streikenden Kräften, andere Arbeiter einzuschüchtern, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren möchten. Die Beklagten, das sind die Transportarbeitergewerkschaft (NATAU) sowie alle streikenden Arbeiter, erhalten am Freitag, 9. März, vor Gericht die Gelegenheit, den jetzt gültigen Gerichtsentscheid anzufechten.
TransNamib hatte den Streik von sich aus schon für illegal erklärt und auf die Verwirrung hingewiesen, die unter den Arbeitern herrscht. Das Unternehmen hat nach eigener Aussage seine Gehaltsstruktur dahingehend verändert und einige Posten aufgewertet, um im Wettbewerb um Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähiger zu werden. Nach Einführung der neuen Gehaltsstruktur sind die TransNamib-Arbeiter durch NATAU in Walvis Bay zuerst in den Streik getreten. Trotz Vermittlungsversuche und Bemühungen zu erklären, um was es sich bei der Veränderung der Gehaltsstruktur handelt, haben die Kräfte auch anderer Zentren die Arbeit niedergelegt. TransNamib hat das Missverständnis der Arbeiter erläutert. Die Veränderung der Gehaltsstruktur ist ein normales Privileg der Betriebsleitung. Die Tarifverhandlungen zur Lohnaufbesserung hingegen sind gemeinsame Sache der Betriebsleitung und der Gewerkschaft. Das habe NATAU nicht begriffen.
TransNamib spricht von direkten Geschäftsverlusten für sich selbst sowie seiner Geschäftspartner, hat den Schaden jedoch noch nicht quantifiziert.