Windhoek – Trotz des Gerichtsbescheids von Samstag, dass es sich um einen illegalen Streik der Transportarbeitergewerkschaft NATAU handelt, sind die über 1400 Arbeiter und Angestellten des staatlichen Transportunternehmens TransNamib gestern in Walvis Bay und anderswo nicht an ihre Arbeitsstellen zurückgekehrt, wie eine Sprecherin von TransNamib am Nachmittag der AZ auf Anfrage mitteilte. Walvis Bay ist der „Brandherd“ des Streiks und die lahm gelegte Eisenbahn berührt das gesamte Bahnnetz Namibias und verursacht große Verluste der Kunden und Geschäftspartner von TransNamib. Inzwischen habe sich der Streik auch auf andere Zentren ausgebreitet, teilte die Sprecherin Ailly Hangula-Paulino mit.
Das Transportunternehmen konnte gestern Nachmittag die Frage nicht beantworten, auf welche Summe der angerichtete Schaden des illegalen Streiks für sich oder für seine Geschäftspartner berechnet oder einschätzt wird. Das Unternehmen hält an seiner Auffassung fest, dass die Arbeiter keinerlei Grund hätten zu streiken, weil sie sich wegen einer Angelegenheit ereiferten, die der Entscheidung des Managements vorbehalten und nicht Sache der Arbeiter sei. Der Vorstand und die Betriebsleitung haben zu Beginn des Jahres eine neue Gehaltsstruktur eingeführt und dafür acht Mio. Namibia Dollar bewilligt , um im Wettbewerb um Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähiger zu werden. Diese Neuerung habe nichts mit Tarifverhandlungen zu tun, die zu gegebener Zeit mit der Transportgewerkschaft geführt würden.
Zu dem verheerenden Streik bemerkte die Betriebsleitung von TransNamib Holdings schon am Freitag: „Solch illegale Aktion ist nicht nur höchst unverantwortlich, sondern sabotiert die namibische Wirtschaft, bringt das Transportunternehmen in Verruf und schadet dem Image Namibias.“