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Innenstadt wieder beleben

Windhoek braucht mehr Fußgänger und öffentliche Verkehrsmittel

Windhoek - Der Windhoeker Innenstadt müsse wieder mehr Leben eingehaucht werden, meinte gestern die Windhoeker Bürgermeisterin, Elaine Trepper. Ihr zufolge bahnen sich für Windhoek einige Probleme an. So würden in der Windhoeker Innenstadt Gebäude verfallen, Verkehrsstaus sich häufen und weniger Menschen wohnen. Zudem gebe es einen Mangel an Parkplätzen und zu kurze Verkaufszeiten der Geschäfte. "Wir müssen mehr Menschen in die Innenstadt locken", sagte Trepper.

Die Bürgermeisterin meinte, es müsse ein Gremium gegründet werden, dass sich dieser Herausforderung annimmt. Aus dem Grund wurde der Experte, Andrew Boraine, aus Kapstadt eingeladen, um gestern in Windhoek einen Vortrag zu halten. Zurzeit ist er der Hauptgeschäftsleiter der sogenannten Kapstadt-Partnerschaft (Cape Town Partnership) - ein 1999 gegründete privat-öffentliche Initiative, um die Innenstadt zu verbessern. Seine gestrige Ansprache in Windhoek war von Unternehmern, Geschäftseigentümern und anderen Interessenvertretern gut besucht.

Laut Boraine kämpfte vor 13 Jahren die südafrikanische Touristenmetropole mit ähnlichen Problemen. "Wir steckten in der Krise: Die Kriminalität schoss in die Höhe, Menschen mieden die Innenstadt und Geschäfte zogen weg, wodurch Kapstadt Verluste erlitt", sagte der Fachmann und ehemaliger Stadtdirektor der südafrikanischen Küstenmetropole. So wurde in Kapstadt das CID-Projekt (City Improvement District) ins Leben gerufen - eine von Immobilieneigentümern gegründete privat-öffentliche Partnerschaft, die in einem bestimmten Stadtgebiet zusätzliche Dienste, (z.B. Säuberungsservice, Sicherheitsbeamte) anbietet. Diese Dienstleistungen werden durch eine Zwangsabgabe der Immobilieneigentümer finanziert. "In Kapstadt generiert CID jedes Jahr 30 Millionen Rand", so Boraine. Das Projekt habe den Wert der Immobilien bewahrt und sogar gesteigert, während die Stadt auch mehr Gelder einnehmen konnte.

"Wir brauchen mehr Besucher und leichteren Zugang zur Stadtmitte, um Investitionen und Entwicklung zu ermöglichen", sagte gestern die Windhoeker Bürgermeisterin. Denn um der Innenstadt mehr Leben einzuhauchen und das Gewerbe anzukurbeln, müssen Boraine zufolge auch mehr Fußgänger in die Innenstadt gelockt werden. "In Kapstadt drosselten wir den Verkehr und lenkten unseren Fokus auf die öffentlichen Plätze. Wir versuchten diese Orte zu verschönern, um die Stadt Fußgänger-freundlicher zu gestalten", erklärte Boraine.

Ebenso versuche man in der Innenstadt von Kapstadt die Anzahl an Parkplätzen zu reduzieren und die öffentlichen Verkehrsmittel zu verbessern. "Das städtische Bahnnetz von Kapstadt ist total heruntergekommen", so Boraine. Ihm zufolge hat die Stadt daher zwei neue Buslinien (MyCiTi) für Touristen und Anwohner eingeführt, die seither "gute Dienste" leisten und von jeder Einkommensklasse genutzt werden. "Man kann den Straßenverkehr nicht reduzieren, wenn eine Stadt kein gutes öffentliches Transportsystem hat", sagte der südafrikanische Fachmann.

Ebenso nutze Kapstadt immer mehr Veranstaltungen, wie Konzerte weltweit bekannter Künstler und internationale Kongresse, Gipfel und Ausstellungen, um das positives Bild der Stadt nachhaltig zu prägen. "Die Innenstadt ist das Herz jeder Stadt. Es ist der Ankunfts- und Abreiseort vieler Touristen und da zählt der erste Eindruck", so Boraine.

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01-Aug-2012-07:37

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