
„Wenn er jetzt schmeckt, dann trink ihn doch“, sagt Winzer Martin Moore. Erhard und Käschi Roxin befolgen diesen Ratschlag und führen einen der edlen Tropfen zu Munde.
Am vergangenen Donnerstag hat es für den Kundenstamm des Finanzexperten Pointbreak einen ganz besonderen Informationsaustausch gegeben. Normalerweise „surfen“ sie durch den Weltmarkt und informieren dann ihren Kunden in lockerer Runde über die neuesten Kenntnisse in Sachen Geldanlagen. Diesmal haben die geladenen Gäste ihre Finanzakten beiseite gelegt und mal Interessantes und Wissenswertes über eines der ältesten Kulturgetränke der Menschheit erfahren dürfen: den Wein.
An jenem Abend ging es allerdings nicht nur um eine Weinprobe. Der Winzer Martin Moore von der Durbanville-Hills-Kellerei hat die Gäste seine Weinqualität mit dem Geschmack assoziieren lassen. Mehrere verschiedene Weinsorten waren vor dem Gast platziert worden, daneben stand ein Teller mit diversen kleinen Happen. Dann begann die Kostprobe. Zum Durbanville Hills Sauvignon Blanc passt die geräucherte Muschel, ist Moores Vorschlag. Einen ganz expliziten Geschmack bekommt der Blauschimmelkäse, wenn dieser sich mit einem Schluck Chardonnay auf der Zunge vermischt. Schwarze Schokolade behage den Geschmacksnerven zum Beispiel gerade mit einem Merlot. „Es ist alles eine Geschmacksache“, sagt Moore.

Martin Moore von der Kellerei Durbanville Hills hat an den Etiketten seiner Weinflaschen eine abziehbare Visitenkarte platziert. „Zum Mitnehmen und Nachbestellen“, begründete er.
Es bringe nichts, einem Süßwein-Trinker einen Sauvignon Blanc zu servieren. „Er wird ihn nicht mögen, auch wenn dieses edle Tröpfchen mit Gold ausgezeichnet wurde.“ Wer also demnächst Erdbeeren mit einem Glas Pinotage genießen möchte, gehört keineswegs zu den Kulturbanausen. Der Weinknigge sei von gestern. Heutzutage ist alles erlaubt“, sagt der Winzer, „es handelt sich inzwischen um ein Spiel mit Essen und gutem Wein“.
Nach der Weinprobe stand Moore dann seinem geselligen Publikum Rede und Antwort. Der Schraubverschluss zeige schon lange nicht mehr ein Billigprodukt an. „Mit dem Schraubverschluss bleibt ein Wein gelagert viel länger haltbar und schmeckt auch viel frischer.“ Wie lange ein erlesener Tropfen aufbewahrt werden sollte, hänge heutzutage ebenfalls von den Geschmacksnerven ab. „Wenn er jetzt mundet, dann trinkt ihn doch“, kommentierte Moore. Auch stimme es nicht, dass ein Weißwein einen Tag nach dem Entkorken nicht mehr genießbar sei. „Es handelt sich bei Wein um gegorenen Traubensaft, also nichts Kompliziertes“, so der Experte, „wenn also ein Wein einen Tag später nicht mehr schmecken sollte, dann hat der Winzer gemurkst“.
Wer zu den Weinsammlern gehört, sollte allerdings schon einen gewissen Punkt beachten: Weinflaschen sollten in einer stabilen Lage so gelagert werden, dass sie keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. „Am besten in formalisierten Behältern.“
Der Rotwein werde in vielen Ländern übrigens viel zu oft meist zu warm serviert. In Frankreich werde eine Flasche solange an die frische Luft gestellt, bis die erste leer ist. Das ginge in Südafrika leider nicht, scherzte Moore, „bei uns würde sie ruck zuck ,abhanden´ kommen“. Er riet dazu, die Rotweinflasche vor dem Genuss doch lieber eine halbe Stunde in den Kühlschrank zu stellen.