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Regen in Namibia

 

Vom 27.10.2011

Dauerausstellung in Swakopmund: Heilpflanze Teufelskralle zu sehen

© Konny von Schmettau
Über die gelungene Ausstellungseröffnung freuen sich Dave Cole (MCA-Namibia), Berit Hachfeld (Botanischer Verein zu Hamburg e.V.), eine Vertreterin von CRIAA SA-DC, Mbazo Motlhaping (CRIAA SA-DC) und Gustav Obermair von der Wissenschaftlichen Gesellschaft Swakopmund (v.l.n.r.).
„Eine afrikanische Heilpflanze und ihre Sammler“, lautet der Kontext der Ausstellung „Teufelskralle goes public“, die am Wochenende im Swakopmunder Museum eröffnet wurde.

Im Halbrund mit großen Panoramafotos sind Lehrmaterialien, eine Film- sowie Audio-Präsentation, eine Computersimulation für Schüler sowie Schubladen mit Dingen „zum Anfassen“ arrangiert. Wo wächst die Teufelskralle, wer sammelt sie, wie leben die Menschen, die sie ernten, was haben sie davon? Wie sieht die Pflanze überhaupt aus, wie tief reichen ihre Wurzeln und was macht man daraus? Viele Fragen werden in dieser Ausstellung beantwortet, die mit Fachkenntnis und Liebe zu Namibia und seinen Bewohnern zusammengestellt wurde.

Produkte der Teufelskralle, deren botanischer Name Harpagophytum procumbens ist, werden weltweit exportiert und finden besonders in Deutschland großen Anklang, wo sie an Platz drei der beliebtesten Heilpflanzen u.a. für Rheumakranke steht. Auch wirken die Bestandteile der Teufelskralle entzündungshemmend sowie durchblutungsfördernd. Lange bevor sie exportiert wurde, war sie bereits bei den Naturvölkern Namibias als Heilpflanze sehr beliebt. Sie wächst weltweit nur im Gebiet Namibia, Südafrika und Botswana, wo der Boden trocken und sandig ist.

Ziel der Ausstellungist es, die Teufelskralle vorzustellen, darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, bei der Ernte die Pflanze selbst nicht zu beschädigen und den richtigen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu vermitteln. Je größer die Nachfrage nach einem Naturprodukt ist, umso eher wird von verschiedenen Seiten versucht, einen Profit draus zu schlagen. Wird die natürliche Ressource dabei dauerhaft beschädigt, ist abzusehen, dass dies nicht auf lange Zeit funktionieren kann. Die Ausstellung zeigt auf umfassende Weise, wie eine schonende Nutzung der Teufelskralle möglich ist und welche Rolle Händler, Verbraucher und internationale Abkommen bei der nachhaltigen Nutzung und dem gerechten Vorteilsausgleich spielen.

Entsprechend werden die San, die die Teufelskralle ernten, trocknen, aussortieren und in Säcke verpacken, von namibischen Organisationen wie CRIAA SA-DC (Zentrum für Recherche, Information und Aktion) sowie MCA-Namibia (Millenium Challenge Account Namibia) in organisierten Projekten im richtigen Umgang mit der Pflanze unterwiesen.

Die Ausstellung wurde anlässlich der UN-Naturschutzkonferenz im Jahr 2008 in Hamburg vorgestellt und als Wanderausstellung, die in mehreren deutschen Städten großen Anklang fand, vom Botanischen Verein zu Hamburg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) konzipiert. „Ein Ausgleich der Interessen von Sammlern und Naturschützern ist möglich, wenn neben der dauerhaften Erhaltung der Pflanzenbestände auch der wirtschaftliche Nutzen und die soziale Verträglichkeit berücksichtigt sind“, so Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz.

Von Marburg in Deutschland aus kam die Teufelskralle-Ausstellung nun nach Namibia, wo sie im Swakopmunder Museum dauerhaft zu sehen ist. Interessierte Schulen können das begleitelende Lehrmaterial, das für Schüler der Klassen Sechs bis Acht konzipiert ist, auf Absprache mit der Museumsleitung zu Unterrichtszwecken nutzen.

Die Ausstellungseröffnung fand im feierlichen Rahmen im Museum statt, das von Prof. Dr. Gustav Obermair offiziell vertreten wurde. Weitere Redner waren Dr. Berit Hachfeld vom Botanischen Verein zu Hamburg e.V., Dave Cole von MCA-Namibia sowie Mbazo Motlhaping und Daniela Neu im Namen von CRIAA SA-DC.
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