US-Amerikaner am Samstag, Franzosen gestern abgereist – Operation im Heimatland steht bevor
Windhoek – Nachdem die beiden US-amerikanischen Passagiere des Unglücksfluges vom vergangenen Freitag bereits am Tag darauf das Land verlassen haben, sind die beiden Franzosen gestern nach Südafrika weitergereist, um heute von dort die Heimreise anzutreten.
„Wir haben den beiden amerikanischen Staatsbürgern bei der medizinischen Versorgung geholfen“, sagte ein sehr wortkarger Ray Castillo, Sprecher der US-amerikanischen Botschaft in Windhoek, gestern auf AZ-Nachfrage. Mit Verweis auf das Gesetz zum Schutz der Privatsphäre wollte er weder das Alter, noch die Namen der Passagiere und die Schwere von ihren Verletzungen preisgeben. Ebenso wisse er nicht, ob das Paar in Südafrika noch Urlaub mache oder von dort nach Hause reise. Castillo habe zudem „keine Meinung“ zu dem Flugzeugunglück. Die US-Amerikaner waren in der Obhut des Römisch-Katholischen Krankenhauses.
Die beiden Franzosen, ebenfalls ein Mann und eine Frau, wurden bis gestern noch im Mediclinic-Hospital in Windhoek behandelt. Der Zustand des Paares sei gut gewesen, die Heilung mache „gute Fortschritte“, erklärte Elmarie Vink, Leiterin des Krankenhauses. Die Patienten seien zu keinem Zeitpunkt in Lebensgefahr gewesen, führte sie aus, und: Keiner der Beiden habe eine Lähmung davongetragen, reagierte Vink auf gleich lautende Gerüchte, da die Insassen der Unglücksmaschine durch den Aufprall schwere Stauchungen der Wirbelsäule erlitten haben.
Gestern Nachmittag sei das Paar dann nach Johannesburg geflogen und trete von dort heute die Heimreise an, sagte Yann Hwang, Botschaftsrat der französischen Botschaft in Windhoek. In Frankreich müsse sich die Frau einer Operation unterziehen. Die diplomatische Vertretung habe sich um den Kontakt zu den Angehörigen, die medizinische Behandlung und die Rückreise gekümmert, führte Hwang aus. Namen und Alter des Paares wollte er jedoch auch nicht sagen. „Sie haben darum gebeten, diese Details nicht zu nennen“, so die Begründung. Nur soviel verriet er noch: Der Absturz habe sich am ersten Urlaubstag der beiden Franzosen ereignet. „Das ist ein großes Trauma für alle Beteiligten, aber zum Glück haben alle Insassen überlebt“, so Hwang abschließend.
Ein Flugzeug des Typs Cessna 210 von Scenic Air war am Freitag kurz nach dem Start vom Eros-Flughafen mit vier Passagieren an Bord auf ein Lagergelände von TransNamib im Südlichen Industriegebiet abgestürzt. Pilot Dean McConnell hatte den Verlust von (Motor-)Leistung gemeldet. Die Behörden haben die Untersuchungen zur Unglücksursache aufgenommen.