Betr.: Debatte um die Verschiebung des Reiterdenkmals
Je länger ich die unsägliche Diskussion über die Versetzung des Reiterstandbildes verfolge, umso mehr Unverständnis kommt bei mir auf. Inzwischen bin ich der Meinung, dass viele der Beteiligten in Windhuk den Bezug zur Realität und zur Geschichte von Namibia vollkommen verloren haben.
Tatsache ist, dass bevor die Deutschen anfingen, ihre Stellung in diesem Land zu festigen, die einheimischen Stämme sich gegenseitig umbrachten. Gruppen aus den Nachbarländern erging es nicht besser. Was inzwischen gar nicht mehr beachtet wird und mich wirklich wütend auf die Offiziellen in Windhuk macht, ist die Tatsache, dass keiner an die gefallenen deutschen Soldaten denkt, die im Dienst gefallen sind. Viele wurden nach ihrem Tod verstümmelt, andere starben ebenfalls qualvoll nach Verletzungen. All denen und den getöteten Zivilisten ist dieses Denkmal gewidmet. Es ist ein Sakrileg, an diesem Denkmal Hand anzulegen!
Es ist unbestreitbar, dass die Deutschen das Fundament für das heutige Namibia legten. Ohne diese Personen, die das Land in gewisser Weise auf den Weg gebracht haben, würde das heutige Namibia sich in einem Chaos befinden, wie viele andere Staaten in Afrika. Was passiert denn dort: In Somalia ist die Piraterie stark im Kommen, weil die Einwohner keine Perspektive und Einkommen mehr haben, in Kenia geht es drunter und drüber, weil die Machthaber das Feld nicht räumen wollen, und was sich momentan in Simbabwe abspielt, bekommen weltweit alle Fernsehzuschauer mit: Robert Mugabe tritt die Menschenrechte mit Füßen und gibt Morde und Verhaftungen von Polit-Gegnern in Auftrag. Und jetzt das aktuelle Namibia: Namibia besitzt z.B. zwei Hauptstraßen, die die Namen von Terroristen, Schwerverbrechern und Mörder tragen: 1. des eben genannten Robert Mugabe und 2. des fürchterlichen Laurence Kabila.
Personen die sich in Deutschland ein wenig mit Afrika auskennen, schütteln über das moderne Namibia den Kopf. Das Land steuert geradewegs in eine neue (wirtschaftliche) Abhängigkeit. Was denken Sie was passiert, wenn Asien erstmal einen Fuß in der Tür hat? Dank der schwachen Wirtschaftskraft von Namibia sind im Handumdrehen die Filetstücke des Landes verkauft. Land kann man aber immer nur einmal verkaufen! Namibia muss als junger, selbstständiger Staat seinen eigenen Weg in die Unabhängigkeit finden. Der wird nicht einfach werden, sicherlich lange dauern und bestimmt auch schmerzhaft werden. Mit der Eigenständigkeit ist auch verbunden, dass der Ausverkauf des Landes gestoppt wird, bevor es zu spät ist.
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